Die Kirche Schriesheim war am Mittwoch, 27. Mai 2026 trotz hochsommerlicher Temperaturen stärker frequentiert als üblich. Bezirksevangelist Rainer Lang feierte zum letzten Mal Abendgottesdienst vor seiner Ruhesetzung.
Gleich in seinem ersten Gebet formulierte der Bezirksevangelist seine große Zuwendung zu jedem einzelnen. Er bat Gott, den Vater darum: „Hole jeden einzelnen in seiner persönlichen Situation ab.“ Der Organist intonierte „Du hast uns als Gemeinde“ (CB 352) mit dem Refrain „Gemeinsam stehen wir vor dir“, was Bezirksevangelist Lang kommentierte, Gemeinde keine Glaubensgemeinschaft, sondern ein heiliger Ort sei, wo Gott wohne.
„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“
1. Korinther 3,16 war Predigtgrundlage. Die Gegenwart Jesus Christus zeige sich daran, wie die Gemeinschaft der Gläubigen mit den Schwächsten umgehe, erinnerte der Bezirksevangelist an einen Gedanken aus der Pfingstpredigt von Stammapostel Jean-Luc Schneider. Gott wohne im Tempel der Gemeinde, wo das ewige, das wirklich wichtige im Mittelpunkt stehe. Gott liebe jeden gleich. Der Leib Christi, zu dem alle gehören, sei fester, unauflöslicher Bestandteil. Jeder sei ein geliebtes Kind Gottes, egal, wo sich derjenige gerade aufhalte. Dem Heiligen Geist entgegengebrachte Wertschätzung stärke die Gemeinschaft, hebe heraus und schenke Beständigkeit in der Liebe. Der Geist Gottes führe dorthin, wo er herkomme, zitierte Bezirksevangelist Lang Apostel i. R. Herbert Bansbach.
Der Geist Gottes, der sich in Liebe offenbare und die Schwachen in den Mittelpunkt stelle, bewirke, dass man darüber nachdenke, in wieweit man anderen helfen könne, erklärte Priester Gerd Merkel, langjähriger Bezirksvorsteher im Kirchenbezirk, in seinem Predigtbeitrag.
„Passt das in den Tempel Gottes?“ und „Wie gehe ich mit mir um, im Bewusstsein, ein Tempel Gottes zu sein?“ fragte sich Bezirksvorsteher Priester Mathias Gramlich in seinem Predigtbeitrag.
„Papa, du bist ein Glückspils, weil Jesus dich liebhat!“ erzählte Priester Andrea Ruf, Vorsteher der Gemeinde Heidelberg-Rohrbach, in seinem Predigtbeitrag vom Ausspruch eines Kindes.
Sich daran erinnern, dass der Nächste ebenso von Gott geliebt und ausersehen ist und die Gemeinde Raum für jeden einzelnen, ganz besonders für die Schwachen biete, dazu forderte Hirte Klaus Egolf, Vorsteher der Gemeinde Wiesloch auf.
Im sakramentalen Teil des Gottesdienstes war es Bezirksevangelist Lang ein Bedürfnis, das Heilige Abendmahl jedem einzelnen persönlich zu reichen. Nach Beendigung des Gottesdienstes dankte er der Gemeinde Schriesheim, die er als Vorsteher leitete, für alle Zusammenarbeit und alle Herzenswärme. Er bat aber auch gleichzeitig um Nachsicht für alles, was ihm nicht so gut gelungen sei und versprach im Hinblick auf die Wiederkunft Jesu Christus: „Das Beste kommt noch!“