Die erste Kerze brannte bereits auf dem Altar der adventlich geschmückten Kirche Bammental am Sonntag, 30. November 2025. Apostel Martin Rheinberger spendete im Gottesdienst am 1. Advent das Sakrament der Heiligen Versiegelung und nahm einen Wechsel in der Gemeindeleitung vor.
„Machet die Tore weit!“ – mit einer Vertonung von Psalm 24,7-10 eröffnete der gemischte Chor der Gemeinden Bammental, Neckargemünd-Mückenloch und Neckarsteinach-Darsberg den Predigtteil. Wenn man das Lied höre, ohne den biblischen Hintergrund zu kennen, habe man automatisch einen König mit 100 Mann und Waffen vor Augen, kommentierte Apostel Rheinberger den majestätischen Musikvortrag - aber Gott trete ganz anders auf: als kleines Kind, demütig und in seiner ganzen Liebe.
„Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“
Johannes 3,30 war Predigtgrundlage. Apostel Rheinberger schilderte den biblischen Kontext, wie die Jünger des Johannes darüber klagten, dass sich viele von Jesus taufen ließen und nicht mehr von Johannes, was dieser mit der Bibelstelle konterte und sich darüber freute. Dann betrachtete der Apostel den Bibelvers vor dem Hintergrund einer egozentrischer werdenden Gesellschaft und riet, das Wesen Jesu immer mehr wachsen zu lassen, während das eigene Ego abnehme. Das Wesen Jesu zeige sich im Halten der Gebote, in Versöhnungsbereitschaft, im Vertrauen auf Gottes Führung und in der Bereitschaft zu dienen.
Geduld und dabei die Stimmung hochhalten bis zur Wiederkunft Jesu Christi, mahnte Hirte Achim Beck in seinem letzten Predigtbeitrag seiner aktiven Amtszeit an.
Es komme nicht darauf an, wie man sich selbst sehe, sondern wie Gott einem sehe, ergänzte Bischof Jörg Vester.
Sakramente
Im sakramentalen Teil des Gottesdienstes spendete Apostel Rheinberger vier Kindern das Sakrament der Heiligen Versiegelung, bevor er mit der ganzen Gemeinde Heiliges Abendmahl feierte.
Wechsel in der Gemeindeleitung
Für 45 Jahre und sieben Monaten unermüdlicher ehrenamtlicher Seelsorge in verschiedenen Aufgaben und Gemeinden dankte der Apostel Hirte Achim Beck und versetzte ihn in den Ruhestand. Mit dem Hinweis, dass er erbeten sei, beauftragte der Apostel Priester Niclas Dörsam mit der Leitung der Gemeinde Bammental.
Einen markanten Schlusspunkt an den denkwürdigen Gottesdienst setzte der Chor mit der „Ode an die Freude“ (Ludwig van Beethoven 1770 – 1827) und erntete dafür Applaus, bevor Priester Thorsten Meierhöfer durch das weitere Programm führte.
Grußworte
Dirk Nebelung, Vorsitzender des Kirchengemeinderates der evangelischen Kirchengemeinde Bammental und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Bammental (ACK) blickte auf die Gründung der ACK Bammental im Jahre 2014 zurück, wo die neuapostolische Kirchengemeinde vertreten durch Hirte Beck von Anfang mit dabei war – bis heute im Gaststatus. Alljährlich gemeinsam ausgerichtete Kinderbibeltage oder Friedensdekade nannte er als Beispiele, dass gemeinsam viel bewegt werden konnte, beschrieb Achim Beck als kompetent und ruhig mit Jesus Christus im Mittelpunkt und kündigte für 2026 die ACK-Vollmitgliedschaft an.
Holger Karl, Bürgermeister der Gemeinde Bammental, erinnerte an die zahllosen Begegnungen mit Hirte Beck in den vergangenen fast 15 Jahren bei Festen und Veranstaltungen sowie an die Begleitung des Kirchenneubaus mit Architektenwettbewerb. Er bewunderte Becks Fähigkeit zur Anteilnahme und sein Einfühlungsvermögen. Gleichzeitig wünschte er dem zukünftigen Vorsteher alles Gute und dankte für jedes Engagement in Gemeinde und Gemeinwesen.
Nun zogen die Kinder der Gemeinde einen Bollerwagen herein, gefüllt mit Blumenstrauß, Geschenken, einem Erinnerungsbuch und einem stilisierten Campingplatz als Dankeschön der Gemeinde für Silke und Achim Beck.
Dann wurde verraten, dass Priester Niclas Dörsam heute Geburtstag habe und alle Anwesenden sangen dem neuen Vorsteher aus vollem Herzen ein Happy Birthday, bevor der scheidende Vorsteher zum Umtrunk einlud.