Mit Tüten, Kisten und Einkaufstaschen beladen kamen die Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer am Sonntagvormittag, 25. Mai 2025 in die Kirche Eberbach. Die Spende von human aktiv an den Eberbacher AWO-Laden wurde dadurch um haltbare Lebensmitteln ergänzt.
Die Predigtgrundlage des Gottesdienstes aus Johannes 16,7 entstamme den Abschiedsreden Jesu, erläuterte Priester Philipp Eiermann
„Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu Euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden.“
Er beleuchtete die vorpfingstliche Zeit mit der Ratlosigkeit der Jünger Jesu. Gott habe keine Kirche geschaffen, die er dann sich selbst überlasse, sondern den Heiligen Geist als Tröster und Beistand gesandt. Der Heilige Geist zeige was Sünde ist und gegen den Willen Gottes spricht in Form eines guten Gewissens. Er öffne die Augen für göttliche Gerechtigkeit und dem Gebot der Liebe, bei dem jeder dafür sorge, dass es dem Nächsten gut gehe. Gott nehme jeden an wie er ist und habe Vergebung möglich gemacht, damit keine Kluft entstehe. Durch die Sakramente Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung und Heiliges Abendmahl könne ein Näheverhältnis zu Gott entstehen und sich eine Heilswirkung entfalten.
Jesus in sich wirken zu lassen und Dinge schaffen, die Frieden und Freude wirken, dazu appellierte Priester Peter Dörsam in seinem Predigtbeitrag.
Die Arbeit sehen, anpacken und nicht liegen lassen, dazu ermunterte Priester Georg Hildebrand, denn der Heilige Geist zeige den Stein, der dem Nächsten im Wege liege.
Spende von human aktiv an AWO-Laden Eberbach
Mit dem irischen Segenslied „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen“ setzte der gemischte Chor den musikalischen Schlusspunkt des Gottesdienstes und Priester Eiermann stellte Curd Walschburger, 1. Vorsitzender und Büsra Isik, 2. Vorsitzende des Eberbacher AWO-Ladens vor.
„Wir sind überwältigt“ eröffnete Büsra Isik ihre Dankesworte. In der Annahme, die angekündigten Lebensmittel passen in den Kofferraum eines Pkws, war sie mit ihrem Privatfahrzeug vorgefahren. Sie betonte, dass das Ehrenamt etwas sei, womit man der Gesellschaft etwas zurückgeben könne – aber ohne Gemeinschaft funktioniere auch kein Ehrenamt. Sie dankte - auch im Namen derer, die darauf angewiesen sind, im AWO-Laden einzukaufen und gratulierte zum 125-jährigen Jubiläum der Gemeinde Eberbach.
Auf die Anfänge des AWO-Ladens, als sich ein anderer Träger aus dem Betrieb zurückziehen musste und ein Verein gegründet wurde, blickte Curd Walschburger zurück. Ihm selbst liege sehr am Herzen, dass übrige Lebensmittel nicht weggeworfen, sondern weiter angeboten werden und dadurch sogar noch geholfen werden könne. Supermärkte und Bäckereien im Radius von 50 Kilometer werden allmorgendlich mit zwei Fahrzeugen angefahren. Die Frischwaren, Obst und Gemüse werde im Laden aussortiert, aufbereitet und wieder nett arrangiert, um ein angenehmes Einkaufserlebnis zu bieten. Wertschätzung des Kunden spiele im AWO-Laden eine große Rolle, wo jeder gleich behandelt werde ohne Berücksichtigung des Geschlechts, der Religionszugehörigkeit oder der Nationalität. Schwierigkeiten bereite dem AWO-Laden die Gewinnung von Mitarbeitenden, deren Finanzierung nicht mehr vom Job-Center übernommen werde. Ohne zusätzliche Spenden könnten die laufenden Kosten nicht gestemmt werden.
Mit einem kräftigen Applaus dankte die Gemeinde für die Ausführungen und das Engagement, während Marlene und Nikolas den symbolischen Spendenscheck über 1.000 Euro von human aktiv, dem Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland überreichten. Beim anschließenden Kirchenkaffee standen Büra Isik und Curd Walschburger weiter Rede und Antwort.