Anmutige Flötentöne drangen am Donnerstagabend, 3. April 2025 aus der Kirche Heidelberg-Rohrbach und luden zur ökumenischen Passionsandacht ein.
Die vier christlichen Kirchengemeinden im Heidelberger Stadtteil Rohrbach gestalteten erneut eine Andachtsreihe mit Gebet, Gesang und besinnlichen Momenten abwechselnd in den jeweiligen Kirchen. In diesem Jahr stand die Passionsgeschichte nach Matthäus im Mittelpunkt.
Priester Andreas Ruf, Vorsteher der Gemeinde Heidelberg-Rohrbach begrüßte die Anwesenden und lud zum gemeinsamen Gesang ein. Karin Weidenheimer, Ökumenebeauftragte der Gemeinde, dankte in ihrem innigen Gebet für Gesundheit, den Frieden und die Möglichkeit, sich ungehindert versammeln zu können. Sie trat aber auch für alle ein, die nicht mehr in der Lage sind zu beten, die krank sind oder in Kriegsgebieten leben.
Passionsgeschichte nach Matthäus
Mit ruhiger Stimme las Priester Ruf Jesu Verleugnung durch Petrus und sein Verhör vor Pilatus aus Matthäus 26,69 – Matthäus 27,14, während der letzte Sonnenstrahl durchs Oberlicht fiel. Andächtige Stille und Betroffenheit machte sich in der Abgeschiedenheit der Kirche breit und mündetet in den gemeinsamen Gesang „Der Hirte stirbt für seine Herde.“ (GB 47).
Nun bat Priester Ruf den ebenfalls anwesenden Hirten i. R. Helmut Haas, ACK-Delegierter für Heidelberg um einen Wortbeitrag. Haas bewunderte die Aktivitäten der Rohrbacher Ökumene im Stadtteil und betonte die Zugehörigkeit aller Getauften zum Leib Christi. Ostern sei das bisher größte Wunder aller Zeiten, weil Jesus nicht nur auferstanden sei, sondern auch in völlig neuer Gestalt unter den Menschen weilen konnte, hätte er doch bis zur letzten Minute aufgrund seiner Macht vom Kreuz herabsteigen können. Der Vokabel „Passion“ (Leiden) stellte er „passioniert“ (leidenschaftlich) gegenüber, motivierte zu aktivem christlichen Leben und stellte damit ewiges Heil als Zukunftsperspektive in Aussicht. In seinem abschließenden Gebet bat er auch darum, ein Segen für verfolgte Christen sein zu können.
„Der am Kreuz ist meine Liebe“ (GB 46) war das gesungene Bekenntnis aller Anwesenden, bevor Priester Ruf mit einem Segen schloss. Flötenmusik mit Orgelbegleitung begleitete die Anwesenden in die frühlingsfrische Abenddämmerung.