„Nahe bei Jesus, o Leben so schön“ (GB 376) sang die ganze Gemeinde, als Apostel Martin Rheinberger in der Kirche Wiesloch zum Altar schritt. Im Gottesdienst am Sonntagvormittag, 10. November 2024 fand auch eine Ruhesetzung statt.
„Ziehe deine Schuhe“ – mit der Vertonung von 2. Mose 3,5 bereitete der gemischte Chor den Predigtteil vor. Apostel Rheinberger stellte dazu fest, dass Gott immer klare Anweisungen gegeben habe: Kurz vor dem Auszug aus Ägypten riet er, gegürtet zu sein und Schuhe an den Füßen zu haben, weil es in die Freiheit ging, während bei der Begegnung mit ihm selbst die Schuhe ausgezogen werden sollten mit der Bereitschaft, ihm vorbehaltlos zu dienen und sich von ihm alles sagen lassen zu können.
„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten in der Liebe.“
Epheser 1,3-4 war Predigtgrundlage. Geistlicher Segen sei die Erwählung Gottes, Anteil an seiner Herrlichkeit zu haben, was nicht auf Kosten anderer gehe, erklärte Apostel Rheinberger am Beispiel von Joseph aus dem Alten Testament. Dieser sei zwar nach einer missverstandenen Traumdeutung von seinen Brüdern verkauft worden, war aber von Gott erwählt und mit einer steilen Karriere in Ägypten gesegnet worden. Mit dieser Erwählung sei er schließlich zum Segen für andere – sein ganzes Volk – geworden. Auch Jesus habe die Herrlichkeit Gottes verlassen, um als wahrer Mensch zu helfen, zu segnen und anderen beizustehen.
Gottes Wille sei auch, Buße zu tun, umzukehren, umzudenken, sich dem Himmelreich zuzuwenden und im Gottesdienstbesuch Gott zu preisen. Werde der Nächste geliebt, wie Christus selbst liebt, setze dieser den Maßstab. In der Kraft des Heiligen Geistes zu wirken bedeute nicht, Gottes Gebote halten zu müssen, sondern dem Bösen „nein“ sagen zu können. Liebe zu Gott und dem Nächsten befähige zur Vergebungsbereitschaft und Segen verhelfe zu einer guten Beziehung zu Gott.
Einen Predigtbeitrag in vietnamesischer Sprache gestaltete Priester Duy Phung gefolgt von einem Lied des vietnamesischen Chores.
„Das Gute im Evangelium wird sich durchsetzen und wird erlebbar und dann greift der Segen“ ergänzte Bezirksevangelist Ralf Kneisel in seinem Predigtbeitrag und stellte fest: „Da war Gott im Spiel.“
Nach dem sakramentalen Teil des Gottesdienstes bat Apostel Rheinberger Diakon Michael Löser und Priester Werner Würtele an den Altar, dankte für jahrzehntelange ehrenamtliche Amtstätigkeit und setzte beide in den Ruhestand. Gebet, Segen und ein weiteres vietnamesisches Chorlied rundeten den Gottesdienst ab.