Mit seinen spannenden Ausführungen zog Dr. Klaus-Dieter John rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer am Sonntagnachmittag, 13. Oktober 2024 in der Kirche Eberbach in seinen Bann, als er von seinem Lebenswerk, dem Krankenhaus für die Quechua in den peruanischen Anden berichtete.
Auf Einladung des Kirchenbezirks machte Dr. Klaus-Dieter John im Rahmen seiner Vortragreise Station in der Kirche Eberbach, wo ihn Bezirksevangelist i. R. Peter Dambach herzlich willkommen hieß. Mucksmäuschenstill war es, als Dr. John authentisch aus seinem Leben berichtete: wie er als viertes Kind einer Bäckersfamilie ohne Fernseher aber mit vielen Büchern in Wiesbaden aufwuchs. Bücher wie „Jungle doctor on safari“ von Paul White oder Albert Schweitzer hatten ihn fasziniert und den Berufswunsch geweckt. Zusammen mit Tina, seiner Oberstufenliebe, stellten sie fest, dass sie beide den gleichen Lebenstraum hatten und Mediziner in der dritten Welt werden wollten.
Nach Studium und Facharztausbildung ging das Paar erstmals 1991 als Rucksacktouristen nach Südamerika. Betroffen von den Lebensumständen der Quechua, indigene Nachfahren der Inkas mit hoher Kindersterblichkeit, entstand der Wunsch, ein Krankenhaus in den peruanischen Anden zu errichten. Nach fünfjähriger Arbeit an einem Missionskrankenhaus in Ecuador rückte der Traum vom High-Tech-Krankenhaus in den Anden näher.
Diospi suyana - Krankenhaus in den peruanischen Anden
„Mit Gottes Hilfe ist alles möglich“ – mit dieser Zuversicht folgte der Vereinsgründung von Diospi Suyana e. V. in 2002 in Deutschland der Kauf eines 3,5 ha großen Grundstückes in Curahuasi auf 2.600 m Höhe. Als das Planungsbüro die Pläne erstellt hatte, war kein Geld auf dem Konto und Dr. John ging ab 2004 weltweit auf Vortragsreise, während seine Gattin handschriftlich über 1.000 Briefe schrieb. So trafen nicht nur Baumaterialien und Ingenieur-Know how sondern auch modernste Medizintechnik namhafter europäischer Hersteller als Spenden ein, bis 2007 das Krankenhaus mit 100 Betten, sechs Operationssälen, zwei Intensivstationen, Labor und Röntgenabteilung eingeweiht werden konnte.
Der Tag im Krankenhaus beginnt mit einer Andacht, vor Operationen wird gebetet, alle ausländischen Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich in christlicher Nächstenliebe. Die indigene Bevölkerung, die sonst keine medizinische Versorgung hätte, kommt von weit her. Jeden Morgen bildet sich vor dem Krankenhaus eine lange Schlange hilfesuchender Menschen, um einen Behandlungstermin zu ergattern, der sie umgerechnet einen Euro kosten wird.
Diopi suyana - Angebote im Bildungs- und Medienbereich
Seit 2005 bestehen Kinder- und Freizeitclubs, die 2012 ihr Kinderhaus beziehen konnten. 2014 nahm eine Schule von internationalem Format mit zeitgemäßer pädagogischer Ausbildung und christlicher Wertevermittlung ihren Betrieb auf. Ab 2016 strahlt ein christliches Medienzentrum Radio- und Fernsehsendungen zu Themen wie Gesundheit, Familie, Kultur und Glaube aus.
Spende von human aktiv
Sichtlich beeindruckt dankte Bezirksevangelist i. R. Peter Dambach für den authentischen Lebensbericht und überreichte zusammen mit Anette Kast einen Spendenscheck über 500 Euro von human aktiv, dem Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland.
Im Foyer, wo Familie Dambach zum Umtrunk eingeladen hatte, entstanden interessante Gespräche, während die drei Bücher von Drs. John ihre Anziehungskraft entwickelten und sich die Spendenbox füllte.