Bei herrlichem Sommerwetter bevölkerten weit mehr als 50 Kinder mit ihrer Begleitung nach und nach das idyllische Außengelände der Kirche Neckarbischofsheim, um am Sonntag, 14. Juli 2024 gemeinsam Gottesdienst zu feiern und den Tag zu verbringen.
Bepackt mit Picknickdecken und Campingstühlen trafen gegen 10:00 Uhr die ersten Kinder ein, während Sitzgelegenheiten nach draußen getragen und unter einem Pavillon ein Tisch zum Altar geschmückt wurde. Die Dirigentin hatte ihre Gitarre mitgebracht und übte mit den Kindern die Lieder für den Gottesdienst, bevor die Kinder das kleine Frühstücksbuffet mit Laugenstangen, Obst, Gemüse und Getränken im Foyer der Kirche stürmten.
Kindergottesdienst
Im Schatten unter dem großen Nussbaum lauschten die Kinder andächtig dem Gottesdienst. Nach einem Lied der Kinder fragte die Dirigentin, wer der wertvollste Mensch sei. Auf das ratlose Schweigen hin bat sie die Kinder nach vorne, enthüllte einen Spiegel, den sie vor die Kinder hielt und feststellte: „Jedes Kind ist wertvoll!“
Mit der Bibel in der Hand zitierte Bezirksevangelist Ralf Kneisel aus der Schöpfungsgeschichte „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ (1. Mose 1). Zuerst habe Gott das Licht geschaffen, später Wasser und Land, dann die Vegetation und danach sogar Seeungeheuer und allerlei Getier. Erst als alles bereit war, schuf er den Menschen, der über alles frei entscheiden kann – „ein Bild, das uns gleich sei“. „Warum spricht Gott von ‚uns‘?“ fragte der Bezirksevangelist und die Kinder wussten, dass es sich hier um Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist handelt.
„Auch sind die Haare auf eurem Haupt alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid kostbarer als viele Sperlinge.“
Lukas 12,7 war Predigtgrundlage. Auf die Frage, was jedem Kind lieb und wert sei, sprudelten die Antworten wie Kuscheltier, Ring, Hobby Horse, Kette, Spielzeugauto. Alles zusammengetragen, sähe das wohl nach Flohmarkt aus, meinte Bezirksevangelist Kneisel, obwohl jedes einzelne Stück einen immateriellen Wert für den einzelnen habe. Gott habe jeden lieb und vergesse niemand, versicherte er anhand des Bibelwortes. Jeder Mensch habe rund 150.000 Haare, von denen täglich ca. 100 ausfallen - Gott habe alle im Blick. In biblischer Zeit konnten zwei Sperlinge für einen Cent gekauft werden, während man für zwei Cent fünf Sperlinge bekam, erklärte er die Metapher des Bibelwortes.
„Kleine Tropfen Wasser“ (GB 235) musizierten die Kinder untermalt von Regenmachern und Klanghölzern. Gott habe nicht nur das Licht erschaffen, er habe auch jedem einzelnen eines in die Hand gegeben, erläuterte Priester Manuel Mauritz aus der Gemeinde Heidelberg-Wieblingen. Er motivierte dazu, das Licht hochzuhalten und zu zeigen, dass Gott mit einem ist.
Aufmerksam in einem Moment der Stille auf die Schöpfung und die feinen Geräusche der Natur zu achten, dazu ermunterte Bezirksevangelist Kneisel am Beginn des sakramentalen Teils des Gottesdienstes unter freiem Himmel.
„Und so geh nun deinen Weg“ (Clemens Bittlinger *1959) sangen die Kinder zum Abschluss des Gottesdienstes und schwenkten dabei bunte Tücher, während Delilah und Nico den Text rezitierten.
Fellow-Ship
Die von Dana und Lara kreierten Luftballonfiguren lösten so große Begeisterung bei den Kindern aus, dass die kurze Wartezeit auf die Pizza-Lieferung spielend überbrückt war. Das Freigelände lockte zu Ballspielen oder einfach nur zum chillen – und später zum Tauziehen. Zweierlei frisch gebackene Waffeln fanden reißenden Absatz. Nachdem das letzte Stück Pizza verzehrt und die letzte Waffel gebacken war, machten sich zufriedene Kinder auf den Heimweg – versehen mit einem Schokoriegel mit der Aufschrift „Du bist wertvoll“.