Ein exquisites Konzertprogramm ausschließlich mit Werken von Komponistinnen brachte der Konzertchor der neuapostolischen Kirche Nordbaden unter der Leitung von Bernd-Jürgen Kulick am Samstag, 24. Oktober 2026 in der Kirche Heidelberg-Werderstraße zur Aufführung.
Leise, sphärische Klänge aus dem 12. Jahrhundert eröffneten den Konzertabend. Hildegard von Bingen (1098 – 1179), bekannt für Rezepte und Kräuter, hatte auch viele sakrale Lieder komponiert. Bestens vorbereitet musizierten 24 Sängerinnen und Sänger zusammen mit dem Streichensemble zum Dirigat von Bernd-Jürgen Kulick, der auch kurzweilig zwischen den einzelnen Stücken Wissenswertes zu den Komponistinnen und deren Lebenssituation in der jeweiligen Epoche vermittelte.
Lob Gottes und großes Gottvertrauen drückten Eingangs- und Schlusschor aus dem Te Deum von Antonia Bembo (ca. 1640 – ca. 1720) aus, eine italienische Adlige, die sich zur Komposition ins Kloster zurückgezogen hatte.
Präzise intonierte das Streichquartett das Adagio ma non troppo aus dem Streichquartett Es-Dur von Fanny Hensel (1805-1847), der älteren Schwester von Felix Mendelsohn-Bartholdy, die so wie ihre Geschwister früh eine musikalische Ausbildung genossen hatte.
Mit dem jubilierenden Alleluja von Gislaine Reece-Trapp (*1992) und der vielstimmigen Aufforderung zum Lobpreis „O sing to the Lord!“ von Lucy Walker (*1998) waren die aufgeführten Werke in der Gegenwart angekommen.
Aus den zahlreichen Werken von Fanny Hensel ließ Dr. Volker Mayer ein Präludium in F auf der Jäger & Brommer-Orgel erklingen, bevor der Chor eine Vertonung von Psalm 62 vortrug und Mayer anschließend einen Choral am Klavier intonierte.
Auch Clara Schumann (1819 – 1896), die Gattin von Robert Schumann, war nicht nur Pianistin sondern auch Komponistin. Aus ihrer Feder stammte die Abendfeier in Venedig. Abendstimmung verbreitete auch „Abendlich schon rauscht der Wald“ von Fanny Hensel und „Müde bin ich, geh zur Ruh“ von Luise Adolpha Le Beau (1850 – 1927)
Die Grundlage für den majestätischen Abschluss stellte wiederum Fanny Hensel mit ihrem Oratorium nach Bildern der Bibel bereit, in dem sie dem alttestamentarischen Gottesbild den neutestamentarischen Erlöser gegenüberstellt, auf sein Kommen hinweist und „Frohlocket mit Pauken“ – im wahrsten Sinne des Wortes.