Das Feuer loderte in der großen Feuerschale, als die Besucherinnen und Besucher sowie das Bläserensemble des Kirchenbezirks am Sonntagnachmittag, 13. September 2026 im Park der Elisabeth von Thadden-Schule im Heidelberger Stadtteil Wieblingen eintrafen.
Die Bänke rund um das knisternde Feuer hatten sich gefüllt, als das Bläserensemble die kleine Andacht einleitete. Fabian Gärtner von der evangelischen Kreuzgemeinde, Priester Holger Döhling von der neuapostolischen Kirchengemeinde und Diakon Tobias Waibel von der katholischen Kirche eröffneten ganz lapidar mit: „Die Ferien sind vorbei. Der Alltag beginnt wieder.“ Die drei Protagonisten reflektierten darüber, ob der Alltag wie bisher ablaufen oder nach den Ferien etwas anders werden solle – bis Fabian Gärtner ausrief: „Neustart! Chance oder Herausforderung?“
Neustart
Spontan wurde dazu die praktische Umsetzung notwendig: Ein kräftiger Regenguss ließ die Teilnehmenden unters schützende Vordach der Schule flüchten. Die Musiker brachten ihre Instrumente in Sicherheit und zwei beherzte Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Heidelberg-Wieblingen schnappten die schwere Feuerschale und trugen sie an den neuen Ort des Geschehens.
Mit dem gemeinsamen Lied „Meine engen Grenzen“ (WWDL 178) gelang auch der Neustart der Andacht unterm schützenden Dach. Bei einem Neustart gelte es, die Normalität zu durchbrechen. Dabei sei es einfacher, wenn man nicht alleine ist, konstatierte Gärtner.
Nach der Lesung von Jesaja 41,8-10; 13 aus der Einheitsübersetzung lenkte Priester Döhling den Blick weg vom äußerlichen Aufbruch. Der eigentliche Neuanfang könne auch darin bestehen, einen Menschen noch einmal neu anzusehen. Gott sehe Möglichkeiten, wo Menschen längst ein Urteil gefällt hätten. Aufbruch bedeute, auch mal die Meinung zu ändern oder mit neuen Augen sehen und damit kleine und große Neuanfänge zu erleben.
„Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!“ zitierte Diakon Waibel aus der Lesung und machte Mut, den Neustart im Vertrauen auf Gott zu wagen. Gott gehe nicht irgendwo weit voraus und warte, bis der Neustart geschafft sei. Er nehme an der Hand und gehe mit, versicherte er. „Sei behütet auf deinen Wegen“ (WWDL 189) war die gesungene Antwort der Anwesenden, untermalt vom Bläserensemble mit Tubasolo. Der Aaronitische Segen rundete die besinnliche Andacht ab.
Die schöne ökumenische Gemeinschaft setzte sich bei Laugengebäck und Getränken fort, während das Bläserensemble „Jesu Frieden“ verströmte und die Kinder Teig um ihre Stecken fürs Stockbrot wickelten.