Feierliche Musik erfüllte die Kirche Neckarbischofsheim am Sonntag, 7. Juni 2026, während Gottesdienstbesucherinnen und -besucher anlässlich des 75jährigen Bestehens der Kirchengemeinde aus Nah und Fern eintrafen.
Der ökumenische Chor und der Musikverein Neckarbischofsheim 1903 e. V. umrahmten unter der Leitung von Volker Steiger den Jubiläumsgottesdienst. Vor Beginn des Gottesdienstes begrüßte Priester Peter Krennerich die Anwesenden und bat Pfarrerin Stephanie Ultes um ihr Grußwort. „Heute ist ein Freudentag – 75 Jahre gelebter Glaube“ begann sie ihre Ausführungen. Man sei nicht nur Nachbarn, sondern Schwestern und Brüder in Christus. Seit der ACK-Gründung 2023 seien die Christen in Neckarbischofsheim gemeinsam unterwegs. „…, dass sie alle eins seien“ (aus Johannes 17,21) zitierte sie Worte Jesu aus dessen hohepriesterlichem Gebet, dankte für ökumenisches Miteinander und teilte ihre Erfahrung: „Christus ist mitten unter uns.“
Zum gemeinsam von der ganzen Gemeinde gesungenen Lied „Du, unser Haupt, Herr Jesu Christ“ (GB 192) schritt Bezirksevangelist Ralf Kneisel zum Altar und eröffnete den Gottesdienst mit einem herzlichen Dank- und Fürbittgebet.
„Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ein Glied.“
1. Korinther 12,27 war Predigtgrundlage. Bezirksevangelist Kneisel erwähnte Apostel Paulus, der von der Gemeinschaft der Gläubigen sprach und erinnerte an die Grußworte von Pfarrerin Ultes. Im Bild vom Weinstock und den Reben (Johannes 15) beschreibe Jesus selbst die enge Verbindung zu ihm, die notwendig sei, um Frucht bringen zu können. Jesus habe auch darum gebetet, dass sie alle ein seien, was keine Uniformität bedeute.
„Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit“ zitierte Bezirksevangelist Kneisel 1. Korinther 12,26, fragte „Wie gehen wir damit um?“ und forderte zum friedvollen Umgang miteinander auf, Gemeinschaft zu üben und zu genießen und jedem Menschen wohlwollend und wertschätzend zu begegnen.
Der Solovortrag „Von guten Mächten“ bereitete den Predigtbeitrag von Priester Peter Krennerich vor. Er verglich die Dachkonstruktion des Kirchengebäudes mit der Kirche Jesu Christi. Seien die Balken oberhalb der Wände noch weit auseinander, so verringere sich ihr Abstand zueinander, je weiter sie nach oben zu Dachspitze – zu Jesus Christus im Mittelpunkt - gelangten.
Nach „Heilig, heilig“ (Franz Schubert 1797 – 1828) leitete Bezirksevangelist Kneisel zum sakramentalen Teil des Gottesdienstes über. Die Feier des Heiligen Abendmahl besitze als Sakrament hohen Stellenwert, sei Gedächtnismahl, zukunftsweisendes Mahl, Bekenntnismahl und Gemeinschaftsmahl, zu dem jeder willkommen sei.
Kurzchronik und Grußwort des Bürgermeisters
Nach dem Gottesdienst ließ Petra Ehrhard 75 Jahre Kirchengemeinde Neckarbischofsheim revuepassieren. Sie erinnerte an die ersten Gottesdienste 1951 in einem Wohnhaus in der Waibstadter Straße und das erste Kirchlein bis im Mai 1980 das Gotteshaus in der Höhenstraße bezogen werden konnte, das zum 50jährigen Jubiläum mit einer Pfeifenorgel ausgestattet wurde.
Auch Bürgermeister Thomas Seidelmann überbrachte seine Glückwünsche. Kirche sei innerhalb der Stadt mehr als nur Gebäude. Kirche stehe im gesellschaftlichen Leben einer Stadt für intensiven Zusammenhalt, Hoffnung und positive Werte – lebendige Gemeinde mit Seelsorge. Er dankte allen engagierten Amtsträgern, Musikern und Ehrenamtlichen und wünschte alles Gute für die Zukunft.
Ein von Herzen kommendes „Nun danket alle Gott“ (GB 256) von der ganzen Gemeinde mit Orgel- und Musikvereinbegleitung bündelte alle Empfindungen.
Nun lud Priester Krennerich zum Umtrunk und ab 12:30 Uhr zum gemeinsamen Mittagessen ins Foyer und den Außenbereich der Kirche ein, wo für ein gemütliches Beisammensein bereits Pavillons, Tische und Bänke unterm Nussbaum aufgebaut waren.