„Ich bin hier, Herr“ bekannte der gemischte Chor am Sonntag, 31. Mai 2026 im Refrain von „Ich, der Herr von Erd und All“ (CB 388) vor dem Gottesdienst mit Bezirksapostel Michael Ehrich. Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer aus zehn Gemeinden des Kirchenbezirks hatten sich in der Kirche Heidelberg-Werderstraße eingefunden. Sieben weiter entfernt gelegene Gemeinden waren via IPTV angeschlossen.
„Sieh, ich breite voll Verlangen“ (GB 131 in der Bearbeitung von Julia Maier *1988) intonierte der gemischte Chor als Einleitung des Predigtteils. Das solle die Einstellung sein, in den Gottesdienst zu kommen und Christus zu erleben, egal in welcher Lebenssituation man sich gerade befinde, kommentierte der Bezirksapostel.
„…sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: ‚Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.‘“
1. Petrus 1,15-16 war Predigtgrundlage. Unter der Überschrift „geheiligtes Leben“ habe Petrus an die „Erwählten“ in den weit verstreuten Gemeinden geschrieben. Gott berufe, erwähle und begleite, erklärte Bezirksapostel Ehrich anhand der alttestamentarischen Persönlichkeiten Noah, der auserwählt war, die Arche zu bauen und dazu auch die Bauanleitung erhielt, und Abram, der in der Mitte seines Lebens ausziehen sollte, in ein Land, dass ihm erst während der Reise gezeigt werden würde.
Der Bezirksapostel zitierte Epheser 1,4 „Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten in der Liebe“ und fragte, ob heilig und untadelig nicht ein wenig abgehoben sei und für einen Sünder unmöglich. „…denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ gab er mit Römer 5,5 die Antwort und erinnerte an das Doppelgebot der Liebe, das eine Interaktion mit dem Nächsten voraussetze. Ein geheiligtes Leben führen, sei Lebensaufgabe.
Den letzten Predigtbeitrag seiner aktiven Amtszeit von Bezirksevangelist Rainer Lang bereitete der Kinderchor mit „Schritt für Schritt“ (Dirk Pfau) vor und der Bezirksevangelist bestätigte, dass er frühmorgens die Aufforderung Jesu, wie die Kinder zu werden, in der Bibel gelesen habe.
Bezirksapostelhelfer Martin Rheinberger wünschte sich in seinem Predigtbeitrag die Kraft immer mehr und besser vergeben zu können. Er forderte anhand des biblischen Beispiels um den Tod des Jünglings zu Nain dazu auf, wie Jesus alles zu tun, was man könne.
Ein heiliges Leben zu führen sei nicht gleichbedeutend mit einem Heiligenschein, merkte Apostel Daniel Habich an und machte es auch daran fest, wie nach dem Nächsten und den Schwächsten in der Gemeinde geschaut werde.
Ruhesetzung und Beauftragung
Nach dem sakramentalen Teil des Gottesdienstes dankte Bezirksapostel Ehrich in persönliche Worten Bezirksevangelist Rainer Lang für 48 Jahre ehrenamtliche Seelsorge, davon 22 Jahre in der Leitung des Kirchenbezirks verbunden mit der Leitung verschiedener Gemeinden und versetzte ihn in den Ruhestand. Anschließend beauftragte er Priester Manfred Behrens, Vorsteher der Gemeinde Wilhelmsfeld, auch die Gemeinde Schriesheim als Vorsteher zu leiten.
Spiegelte der gemischte Chor in seinem ersten Schlusslied „Lieber Vater, lehr mich danken“ (CB 338) die Wesensart von Bezirksevangelist i. R. Rainer Lang wider, verbreitete er danach zusammen mit allen Anwesenden Mut, Zuversicht und Mitmenschlichkeit in „Frieden suchen, Gerechtigkeit leben“ (Jeremy Dawson *1974).