„Wohin soll ich mich wenden?“ (Zum Eingang, Deutsche Messe Franz Schubert 1797 – 1828) intonierten drei Solistinnen am Mittwoch, 29. April 2026 in der vollbesetzten Kirche Heidelberg-Rohrbach. Apostel Daniel Hachich feierte den Abendgottesdienst mit den Gemeinden Heidelberg-Rohrbach und Heidelberg-Werderstraße.
„Du lässt uns nicht so gehen, wie wir gekommen sind. Du gibst Kraft zum Tragen“ formulierte Apostel Habich in seinem ersten Gebet Gottvertrauen und Zuversicht. „Gott weiß genau, dass du da bist und wo du stehst“ kommentierte er den Vortrag des gemischten Chores „Ich, der Herr von Erd und All“ (CB 388) mit dem Refrain „Ich bin hier, Herr“.
„Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen“
Philipper 2,13 war Predigtgrundlage. „Bei mir ist nicht immer alles gelungen, was ich gewollt habe. Was will ich eigentlich?“ näherte sich Apostel Habich dem Bibelwort. Etwas haben wollen, vermittle ein Gefühl, verleihe Sicherheit, steigere Identität oder Zugehörigkeitsgefühl. Solche Glückmomente seien aber flüchtig. „Schaffet, dass ihr selig werdet“ zitierte der Apostel aus Philipper 2,12. Diese Seligkeit setze eine tiefe Verbindung zu Gott voraus, der dann zum Wollen das Vollbringen schenken könne. Seligkeit ohne die Hilfe Gottes sei nicht möglich, erläuterte Apostel Habich anhand Matthäus 5,3. Mit Matthäus 5,7 „Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“ erklärte der Apostel, dass das Verhältnis zu Gott an das Verhältnis zum Nächsten mit Toleranz und Vergebungsbereitschaft gekoppelt sei. Gott öffne Einblicke, die nur mit dem geistigen Auge, das über die Seele laufe, erfasst werden können, erläuterte er mit Matthäus 5,8 „Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“ Das Sakrament des Heiligen Abendmahl schaffe ein reines Herz nach seinem Wohlgefallen.
Jesus habe für den Mangel, der da war, gedankt und dann wurden alle satt, erinnerte Bezirksvorsteher Priester Mathias Gramlich in seinem Predigtbeitrag an die Speisung der 5.000. Jesus habe klar gemacht, auf was es ankomme und wahre Seligkeit bringe.
Gott bringe immer auf den richtigen Weg, bewies Apostel Habich anhand der 180°-Wendung von Saulus zu Paulus, feierte mit der anwesenden Gemeinde Heiliges Abendmahl und beendete den Gottesdienst mit Gebet und Segen. Mit „Ich danke dir, Gott“ (CB 261) setzte der gemischte Chor den musikalischen Schlusspunkt.