24 Stunden lang war die Kirche Heidelberg-Werderstraße ab 19:00 Uhr am Freitagabend, 17. Oktober 2025 geöffnet, um im Gebet innezuhalten. Zu jeder vollen Stunde wurde ein Gebetsimpuls angeboten.
Eine große 24 in Ballonform begrüßte die Gebetsgäste bereits auf dem Parkplatz vor der Kirche. Neben dem Gebetsraum boten ein Raum der Stille, ein Kreativraum oder der Gebetsgarten individuelle Möglichkeiten, sich Gott und dem Nächsten zu öffnen und zu nähern. Die Bücherecke lockte mit interessanter christlicher Literatur und der Nap-Raum lud zu einem Nickerchen ein. Duftendes Chili con carne, Mohrenköpfe und kühle Getränke standen auf Spendenbasis fürs leibliche Wohl bereit.
Freitagabend
Der Abend startete mit einer Fürbitte für Kinder. Ab 20:00 Uhr probte der Jugendchor, um ab 21:00 Uhr Lieder rund ums Gebet vorzutragen. Zu jeder vollen Stunde kündigte ein Gong den nächsten Gebetsimpuls an, nach dem oft im Anschluss einzelne sitzen blieben, um noch ein persönliches, stilles Gebet zu formulieren.
Im Gebetsgarten konnten Klagen und persönliche Missstände aufnotiert und in eine symbolische Klagemauer gesteckt werden. Anbetung wurde in einer Schale gesammelt und Bitten im persönlichen Gebet Gott und symbolisch in Form eines Samenkorns dem Wachstum anvertraut. Alles Belastende konnte im Rahmen persönlicher Buße zusammen mit einem Steinchen am Kreuz abgelegt werden. Der persönliche Dank konnte an die Wand gepinnt und in herzlicher Fürbitte ein Licht angezündet werden.
Nachbarinnen und Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen schauten vorbei. Auch die Ankündigung in der Tageszeitung hatte neugierig gemacht. Bis morgens gegen 2:00 Uhr war rege Frequenz zu verzeichnen. Auch als sich die meisten Gebetsgäste auf den Heimweg machten, nahmen sie die Zuversicht mit, dass beim Aufwachen am nächsten Morgen gebetet werde.
Samstag
Mit Kaffee und Croissants startete der nächste Morgen und mitgebrachte Heizlüfter verströmten Gemeinschaftswärme trotz ausgefallener Heizung. Ab 10:00 Uhr wurde das Unser Vater-Gebet in zehn verschiedenen Sprachen gebetet und um die Mittagzeit gestaltete ein Mitglied der altkatholischen Kirche den Gebetsimpuls, der in das gemeinsam gesungene „Großer Gott, wir loben dich“ mündete.
Um 15:00 Uhr spielte eine eigens für das 24h-Gebet gegründete Band Worshipmusik.
Andacht
„Wir sind in der 24. Stunde“ eröffnete Priester Mathias Gramlich, Bezirksvorsteher im Kirchenbezirk die Andacht zum Abschluss des 24h-Gebets. Neben der Band und einem Vokalquartett gestalteten Priester Gramlich und Hirte Volker Nürk die Andacht anhand fünf Fragen rund ums Gebet
Jeder Impuls startete mit einer passenden Psalmlesung – aus dem 23., 42., 130., 88. und 131. Psalm. Mit seinen Gebeten im persönlichen Rückzug oder in Gemeinschaft mit seinen Jüngern stand Jesus als Vorbild im Mittelpunkt. Das Gebet sei eine Kontaktaufnahme mit Gott, mit dem man sich in Liebe verbinde – in selbst gewählter Art und Weise und damit einem Akt der Selbstbestimmung und Befreiung.
Ein inniges Dankgebet von Hirte Nürk und ein gesungenes Glaubensbekenntnis der Band beschlossen die Veranstaltung – um 18:59 Uhr.