Herrliches Spätsommerwetter umrahmte den Tag der offenen Kirche am Samstag, 6. September 2025. Die Gemeinde Eberbach feierte ihr 125-jähriges Bestehen mit einem Festwochenende.
Ab 13:00 Uhr machte ein Plakat am Eingang zum Kirchengrundstück neugierig. Biertischgarnituren luden zum Verweilen ein. Die Kühlschränke waren gefüllt und Kaffee und selbstgebackene Kuchen standen bereit, um die Jubiläumsgäste zu verwöhnen.
Nachbarn, Freunde und Bekannte kamen, um einen Blick in die schmucke Kirche zu werfen – darunter auch Curd Walschburger vom Eberbacher AWO-Laden. Auch Peter Reichert, Bürgermeister der Stadt Eberbach schaute auf einen Kaffee vorbei, überreichte einen Gruß der Stadt Eberbach und nahm interessiert an einer Kirchenführung teil.
Gemeindegeschichte und Kirchenführung
Gegen 14:30 Uhr beleuchtete Bezirksevangelist i. R. Peter Dambach streiflichtartig die 125-jährige Gemeindegeschichte. Im Jahr 1900 gründete Apostel Georg Gustav Ruff im Wohnzimmer der Familie Schulz die Gemeinde, wo fortan auch die Gottdienste stattfanden. Ab 1921 feierte die wachsende Gemeinde ihre Gottesdienste in angemieteten Räumen, bis 1952 ein Grundstück in der Dr. Weiß-Straße zur Verfügung stand. In nur einjähriger Bauzeit errichteten die Gemeindemitglieder in Eigenarbeit ihre erste eigene Kirche mit 250 Sitzplätzen. Im Dezember 1976 bezog die Kirchengemeinde eine neuerbaute Kirche im Schafwiesenweg, die 2003 aus energetischen Gründen einem modernen Neubau weichen musste. Seit Februar 2005 ist die Kirche mit ihrer wohldurchdachten Architektur Zentrum des aktiven Gemeindelebens. Peter Dambach führte durch die barrierefreie Kirche mit ihrer klaren Formensprache und erläuterte deren zeitlose Schlichtheit und Funktionalität. 2009 war das Kirchengebäude von der Architektenkammer Baden-Württemberg mit dem Preis „Beispielhaftes Bauen“ ausgezeichnet worden.
Werkstattkonzert
Nach der zweiten Kirchenführung war das Kirchenschiff für die Probe zum Werkstattkonzert reserviert. Der spontane Chor startete mit klassischem Einsingen und studierte vier Werke zum Thema „Gotteslob und Preis durch die Jahrhunderte“ unter der Leitung von Diakon Jens Reimold und Beatrix Raab ein. Genau eine Stunde später kamen „Jubilate Deo“ von Michael Praetorius (1571 – 1621), „Heilig, heilig“ aus der Deutschen Messe von Franz Schubert (1797 – 1828), „Lob, meine Seel, den Herrn“ mit Überstimme und Querflöte nach einer Melodie von Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) sowie „Gott ist mein Lied“ (GB 266) mit Klavier- und Cajonbegleitung zur Aufführung. Der letzte Vortrag wurde zum Gemeinschaftsprojekt, weil auch die Zuhörenden nach Aufforderung begeistert mitsangen und applaudierten.
Das umsichtige Organisationsteam der Gemeinde hatte im Foyer die Sektgläser gefüllt und Laugenstangen gebuttert, während die Kinder vergnügt bastelten oder auf dem weiten Parkplatz spielten und der Tag in schöner Gemeinschaft ausklang.