Drei christliche Kirchen der Stadt Buchen besiegelten im Rahmen einer ökumenischen Andacht am Freitagabend, 4. Juli 2025 in der neuapostolischen Kirche mit der Unterzeichnung der Satzung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Buchen (ACK) ihre jahrelange gute Zusammenarbeit.
Mehr als 50 Teilnehmende aus der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirchengemeinde waren gekommen, um dem historischen Ereignis beizuwohnen. Der gemeinsam gesungene Choral „Lobet den Herren“ mit Orgelbegleitung eröffnete den denkwürdigen Abend.
Entdeckungsreise
Evangelist Gunther Hirsch begrüßte die Anwesenden, darunter auch Bürgermeister Roland Burger. „Ökumene macht man nicht – man entdeckt sie“ – mit dem Zitat von Karl Barth (1886 – 1968) beleuchtete er die Buchener „Entdeckungsreise“, die mit einem Besuch des evangelischen Kirchengemeinderates unter der Leitung Pfarrerin Irmtraud Fischer in der neuapostolischen Kirche im Jahr 2011 begann. 2012 folgte ein interreligiöses Projekt zum verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln. 2013 wurde der neu erschienene Katechismus der Neuapostolischen Kirche überreicht und die Kontakte intensiviert. 2014 startete eine Initiative zu einem regionalen ACK Buchen. Seit 2016 wird der alljährliche ökumenische Pfingstmontag gefeiert. Auch das Reformationsjubiläum 2017 wurde gemeinsam begangen. Mit der Unterzeichnung der gemeinsam ausgearbeiteten Satzung konstituierte sich nun die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Buchen.
„Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.“
Pfarrerin Julia Lehner hatte bereits das Eingangsgebet formuliert, als Diakonin Sophia Hirsch Epheser 4,2b-6 las. Dekan Johannes Balbach von der katholischen Kirche, Pfarrerin Julia Lehner von der evangelischen Kirche und Evangelist Gunther Hirsch von der neuapostolischen Kirche betonten in ihren Predigtbeiträgen Offenheit, Wertschätzung, Respekt und vor allem Geschwisterlichkeit, mahnten aber auch zu Achtsamkeit, Liebe und Friede untereinander als Erkennungszeichen der Christen. Jeder habe seinen Platz und werde mit seinen Talenten gebraucht - immer den Blick auf Jesus Christus gerichtet. Das Verbindende sei: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. „Verehren, bekennen, loben und dienen wir Ihm – gemeinsam!“ – dieser Aufforderung folgte die feierliche Unterzeichnung der Satzung von Dekan Johannes Balbach und Pfarrgemeinderätin Elisabeth Hell für die katholische Kirche, von Pfarrerin Julia Lehner und Kirchengemeinderätin Andrea Mittelstaedt für die evangelische Kirche und von Evangelist Gunther Hirsch und Diakonin Sophia Hirsch für die neuapostolische Kirche.
Dem gemeinsamen Lied „Befiehl du deine Wege“ (Paul Gerhardt 1607 – 1676) schloss sich ein Fürbittgebet, das Vaterunser und der Aaronitische Segen an, gesprochen von den drei Vertretern der drei teilnehmenden Kirchen. „Nun danket alle Gott“ jubilierte die ganze Gemeinde mit Orgelbegleitung, bevor Bürgermeister Roland Burger sein Grußworte sprach und alle Anwesenden die herzliche Gemeinschaft beim anschließenden Umtrunk in die Praxis umsetzten.