Am Pfingstmontag, 9. Juni 2025 fanden zahlreiche ökumenische Gottesdienste statt - in Buchen, Eberbach, Heidelberg und Mosbach unter Mitwirkung von Vertreterinnen und Vertretern der neuapostolischen Kirchengemeinden.
Buchen
In der evangelischen Christuskirche in Buchen begrüßte Pfarrerin Julia Lehner - auch im Namen von Evangelist Dr. Gunther Hirsch von der neuapostolischen Kirche und Diakon Gerhard Gramlich von der katholischen Kirche die Anwesenden mit „Schön, dass ihr da seid!“ Nach dem gemeinsamen Choral „Lobe den Herren, den mächtigen König“ bat sie in ihrem Gebet um Gemeinschaft in Verschiedenheit, um die Fähigkeit Gräben zuzuschütten, Brücken zu bauen und Frieden zu stiften.
Victoria und Gunther Hirsch intonierten „Herr, schenk mir deinen Geist“ (Robert Jackson 1840 – 1914), bevor die Lesung von Johannes 14-16 in Auszügen erfolgte, wo Jesus den Heiligen Geist verheißt und ihn als Tröster vorstellt, der in alle Wahrheit leiten werde. Die Predigt dazu gestaltete Diakon Gramlich von der katholischen Kirche.
Das gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis, Fürbitt- und Vaterunsergebet, gemeinsamer Gesang und Segen vervollständigten den Gottesdienst.
Eberbach
Mit „Felsenfester Glaube!?“ war der ökumenische Gottesdienst in Eberbach überschrieben. Bereits im Vorfeld hatte der ökumenische Chor unter der Leitung von Jens Reimold von der neuapostolischen Kirche geprobt.
Nach der Begrüßung von Pfarrerin Anja Kaltenbacher von der evangelischen Kirche, folgte Votum und Gebet mit Diakon Joachim Szendzielorz von der katholischen Kirche. Priester Philipp Eiermann von der neuapostolischen Kirche las Apostelgeschichte2,1-13. „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen“ (EG 272) war die Antwort aller Gottesdienstteilnehmenden und mündete ins gemeinsame Glaubensbekenntnis.
Ihre Predigt gestaltete Pfarrerin Kaltenbacher anhand Matthäus 16,13-19. In deren Anschluss lud Diakon Szendzielorz zur Tauferinnerung ein, gefolgt von Fürbitten und Vaterunsergebet. Nach der Bitte um Kollekte für die Eberbacher Kindergärten und dem Segen klang der Gottesdienst mit viel Musik aus.
Heidelberg
Vom Trubel der Heidelberger Hauptstraße tauchten die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher in die Stille der Heiliggeistkirche, wo 12 Actionflags der teilnehmenden Kirchen der Heidelberger Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) den Altarraum füllten. Feierliche Orgel- und Trompetenmusik eröffnete den Gottesdienst.
Pfarrerin Sibylle Baur-Kolster, Vorsitzende der ACK Heidelberg begrüßte die große ökumenische Pfingstgemeinde und blickte 1.700 Jahre zurück auf das Konzil zu Nicäa, wo nach einem intensiven Einigungsprozess 325 n. Chr. das Nicänum verabschiedet wurde – das noch heute gültige Glaubensbekenntnis der christlichen Kirchen weltweit. Sie erwähnte die wechselhafte Geschichte der Heiliggeistkirche, in der evangelische und katholische Christen – 230 Jahre lang durch eine Mauer getrennt – Gottesdienste feierten. In ihrem Gebet bat sie um Begeisterung, geebnete Wege, Feuer und Flamme, um Freunde und Fremde für eine versöhnte Gemeinschaft zu gewinnen.
Hirte i. R. Helmut Haas, Delegierter der neuapostolischen Kirche, bat im Tagesgebet um den Geist der Liebe, der Versöhnung und Besonnenheit.
Aus dem hohepriesterlichen Gebet (Johannes 17,20-26) las Mathias Kirchgäßner, Delegierter der katholischen Stadtkirche.
„Wie können wir weiter Jesus Christus bekennen in einer Welt, die zunehmend säkulär ist?“ fragte Dekan Johannes Brandt, leitender Pfarrer der katholischen Stadtkirche im Rahmen seiner Predigt. Das könne nur gemeinsam in geschwisterlicher Gemeinschaft gelingen, lautete seine Antwort. Er verwies dabei auch auf das vor 60 Jahren während des zweiten Vatikanischen Konzils beschlossene Dekret „Unitatis redintegratio“, das Abgrenzung und Abschottung aufhebt und einen Dialog anstößt. Die Botschaft von Jesus Christus allen Menschen zu verkündigen sei Auftrag aller Christen mit der Herausforderung, dass Glaube keine Selbstverständlichkeit mehr darstelle. Ein weiterer Auftrag sei, unverschuldet in kriegerische Auseinandersetzungen gekommenen Menschen karitativ-diakonisch zur Seite zu stehen. Er regte an, darüber zu sprechen, was das eigene Leben bereichere und wer es ist, der dieses Leben begleite.
Unter der Leitung von Dietrich Dancker von der evangelischen Kirche sprach die ganze Gemeinde das Glaubensbekenntnis von Nizäa. Nach der Tauferinnerung erfüllte der vielstimmige Kanon „Lobet und preiset, ihr Völker den Herrn“ der ganzen Gemeinde die Kirche.
Nach Vaterunsergebet, der Bitte um Kollekte für Frauen helfen Frauen e. V. und dem Segen zogen die Liturgen zu feierlicher Orgelmusik aus.
Mosbach
Rund 200 Besucherinnen und Besucher waren in den Kleinen Elzpark, Mosbach gekommen. Pastoralreferent Martin Reiland von der katholischen Kirche leitete den ökumenischen Gottesdienst, den die Band an der Johanneskirche musikalisch umrahmte. Pfarrer Richard Lallathin von der evangelischen Johannes-Diakonie sprach das Tagesgebet. Cornelia Beck von der neuapostolischen Kirche las Römer 8,14-17 und Evangelist i. R. Herbert Fröscher Johannes 3,16-21. Priester Mathias Gramlich, Bezirksvorsteher im neuapostolischen Kirchenbezirk Heidelberg, zu dem auch Mosbach zählt, beleuchtete in seiner Predigt das Pfingstgeschehen mit den veränderten Verhaltensweisen vor und nach der Ausgießung des Heiligen Geistes. Jesus Christus als Eckstein und Fundament schenke ewiges Leben, was er mit Galater 2,20 untermauerte.
Nach dem gemeinsamen Glaubensbekenntnis stellte Michael Genzwürker von der Psychosozialen Notfallversorgung die Kollekte vor, die für die Anschaffung eines Fahrzeugs Verwendung finden soll. Fürbitten, Vaterunsergebet, Friedensgruß und Segen machten den Gottesdienst komplett. Vom Gottesdienst inspiriert wurden noch viele schöne Gespräche geführt.