Während das Sinsheimer Gemeindeorchester am Sonntagvormittag, 22. Dezember 2024 die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher in der Kirche Sinsheim auf den Gottesdienst einstimmte, nahm auch das goldene Hochzeitspaar in der ersten Reihe Platz.
„Meine Seele ist stille in dir“ (Klaus Heizmann *1944) – so eröffnete der gemischte Chor den Predigtteil des Gottesdienstes. Evangelist Peter Ruf begrüßte die Festgemeinde herzlich, erinnerte aber auch gleichzeitig an das unfassbare Attentat in Magdeburg, wo auf dem Weihnachtsmarkt Menschen aus dem Leben gerissen oder schwer verletzt wurden. Er bat um eine Gedenkminute und einen anschließenden Musikvortrag.
Nun blickte Evangelist Ruf in das Jahr 1974 zurück, in dem nicht nur die Hochzeit von Charlotte und Priester i. R. Reiner Elfner statt gefunden hatte sondern auch die Kirche Sinsheim geweiht worden war und stellte fest, dass Dankbarkeit die Wurzel aller Freude sei.
„Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige ich auch Neues; ehe denn es sprosst, lasse ich’s euch hören.“
Jesaja 42,9 war Predigtgrundlage. Evangelist Ruf schilderte den geschichtlichen Kontext, als Jesaja um 550 v. Chr. zu einem Volk sprach, das deportiert und dessen religiöses Zentrum zerstört war. Gottes Verheißungen seien immer großartig gewesen und in Erfüllung gegangen. Er forderte dazu auf, nicht problemorientiert, sondern verheißungsorientiert zu denken und wies dabei auf Zusagen Jesus wie „ich werde wiederkommen“ (aus Joh. 14,3) und „ich bin bei euch alle Tage“ (aus Matth. 28,20) hin. Er versicherte: „Das letzte Wort hat immer Gott“
„Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht was er dir Gutes getan hat“ rezitierte Priester Martin Schatz in seinem Predigtbeitrag und riet, den Fokus auf das Licht und nicht auf das Dunkle zu richten.
Goldene Hochzeit
Nach dem sakramentalen Teil des Gottesdienstes scharten sich die Kinder um das Klavier und sagen beherzt „Schritt für Schritt“ (Dirk Pfau), während das goldene Hochzeitspaar an den Altar trat. Evangelist Ruf stellte die Golden Gate Bridge, bei deren Bau ein Auffangnetz zur Sicherheit der Arbeiter Verwendung fand, in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Gottes schützende Hände seien Auffangnetz in 50 Jahren Ehe gewesen. „Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.“ Jesaja 61,10 habe er bei einem persönlichen Besuch in der Traubibel des Paares aufgeschlagen, was fort an das Paar begleiten solle. Evangelist Ruf segnete das Paar erneut und beendete den Gottesdienst mit Gebet und Segen.