Am Kerwesonntag, 15. September 2024 feierten die drei christlichen Kirchengemeinden Neckarbischofsheims gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Kirche.
Barbara Demuth von der evangelischen Kirche, Carola von Albedyll und Angelika Christian von der katholischen Kirche sowie Evangelist i. R. Manfred Wolff und Birgit Kreher leiteten den Gottesdienst, der von einem Projektchor musikalisch umrahmt wurde.
Thema des Gottesdienstes war „Gemeinsam Bauen: Solidarität und Zusammenhalt im Leben und Glauben. Evangelist i. R. Wolff freute sich in seinen Begrüßungsworten darüber, dass es in Neckarbischofsheim immer wieder gelinge, bewusst gemeinsame Gottesdienste zu feiern und zitierte dazu einen Satz aus einer Fachzeitschrift für Bauleute: „Bauen beginnt im Kopf“. Diesen Satz erweiterte er damit, dass gemeinsam Bauen Vielfalt und Einheit bringe und Steine in Meilensteine verwandle. Wolff wünschte, dass in einer Zeit großer Herausforderungen und weitreichender Veränderungen der Gottesdienst inspirieren möge, im Glauben und gesellschaftlichem Leben mehr zusammen zu wachsen, Mauern fallen zu lassen und einander in gegenseitigem Respekt zu unterstützen. „Möge Christus mit uns sein, damit uns das immer mehr gelingt.“
Vor dem Altar wurden drei Situationen nachgestellt, wo viele Menschen zusammengeholfen und etwas zum Wohle vieler aufgebaut haben. Da ging es um Manfred Wolff’s Hausbau mit einer anstrengenden und schwierigen Zeit, wodurch das Haus zu einem Symbol für den Zusammenhalt in der Familie geworden ist. Die Erlebnisse rund um den Kirchenbau schilderte Angelika Christian. Die Kirche sollte nicht nur ein Gebäude, sondern ein Ort des Glaubens, der Gemeinschaft und der Zuflucht für alle sein. Die Gemeinde habe mit angepackt von der Planung bis zum letzten Anstrich. Barbara Demuth erinnerte sich an das große Hochwasser 1994, das die Stadt Neckarbischofsheim schwer getroffen hatte. Plötzlich zählten nur noch der Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfe, etwas wieder herzustellen, was allen am Herzen lag. Dass Orte aus dem Zusammenhalt von Menschen entstanden seien, wo Gemeinschaft gelebt werde, waren die offensichtlichen Parallelen der drei Geschehnisse. Man habe Vertrauen, tiefen Glauben, Hoffnung und Gemeinschaft gebaut – das, was wirklich zählt.
Carola von Albedyll erinnerte in ihrer Predigt an die Carola-Brücke in Dresden, die ihren Namen trage aber eingestürzt sei. Auch das menschliche Zusammensein sei eine Art Bauwerk, das gefährdet sein könne. Bauen sei mehr als nur Steine aufeinandersetzen. Jeder Bau benötige ein Fundament und es wurde deutlich, was die Fundamente des Lebens sind, auf die man sich felsenfest verlassen könne, wenn die Stürme des Lebens darüber hinwegziehen. Sie schloss mit Psalm 127,1 „Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.“