Kleine brennende Lichter in den Fensternischen und auf den Altarstufen tauchten die Kirche Sinsheim am Sonntagvormittag, 7. Juli 2024 in eine feierliche Atmosphäre. Apostel Martin Rheinberger feierte den Gottesdienst für Entschlafene mit den Gemeinden Bammental, Eschelbronn, Neckarbischofsheim und Sinsheim.
„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt“ – mit der Vertonung des 91. Psalms verströmte der gemischte Chor der vier Gemeinden Zuversicht und Hoffnung vor dem Gottesdienst.
„die dann zum HERRN riefen in ihrer Not und er half ihnen aus ihren Ängsten, er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, dass sie nicht starben.“
Psalm 107,19-20 war Predigtgrundlage. Apostel Rheinberger sprach die unterschiedlichen Gefühle an, die er in der Gemeinde empfinde: Schmerz und Mitgefühl über den Verlust eines Menschen aber auch Freude über die Erlösungsarbeit in der jenseitigen Welt. Er erinnerte an Seelen, die Opfer eines Verbrechens, Krieges oder Misshandlung wurden, sowie an die Täter und betonte „Gottes Wort und Christus reicht überall hin und lässt sich durch nichts aufhalten.“ Als geschichtliches Beispiel erwähnte er den pfälzischen Erbfolgekrieg, bei dem die Stadt Sinsheim im August 1689 in Schutt und Asche lag. Er beschrieb die seelische Not der Seelen, die durch Gewalt und Hass anderer hinüberziehen mussten, aber auch die der Täter, die oft nur ihre Befehle ausführten. Der Tod trenne die Lebenden von den Toten, die durch Wort und Sakrament, den Glauben an Jesus Christus und die Wirksamkeit der Apostel Heil erfahren können. Kleine Gebete bewirken viel – Gottes Liebe könne den ganzen Raum ausfüllen.
„Wie entsteht Einssein?“ fragte Priester Mathias Gramlich, stellvertretender Bezirksvorsteher in seinem Predigtbeitrag und antwortete: „Wenn unterschiedliche Stimmen aufeinander hören“.
„Gottes Wort macht alles heil“ stellte Bezirksevangelist Ralf Kneisel fest, als er beschrieb, wie Gottes Wort in Jesus Christus Mensch wurde und ermunterte, daran zu glauben, zu vertrauen und sich in herzlicher Fürbitte hinzuwenden.
Es seien oft nur die kleinen Ameisenhügel, über die man stolpere, stellte Apostel Rheinberger fest, als er vorbereitend zum sakramentalen Teil des Gottesdienstes die Vergebungsbereitschaft ansprach.
In einem herzlichen Fürbittgebet bat der Apostel für bekannte und unbekannte Seelen, dass sie von Gottes Liebe berührt werden, sich ihm öffnen und Versöhnung suchen können.
„Wir sehen uns wieder!“ versicherte Apostel Rheinberger nach Schlussgebet und -segen in seinen Abschiedsworten nach dem Gottesdienst – auch in Richtung der bereits Entschlafenen, die zu Jesus Christus gefunden haben.