„Ich bete an die Macht der Liebe“ – mit dem Choral von Dmitri Bortnjanski (1751 – 1825) eröffnete die Gemeinde Sinsheim den Abendgottesdienst am Mittwoch, 26. Juni 2024, in dessen Verlauf auch ein Priester bestätigt wurde.
„Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.“
Philipper 1,9 war Predigtgrundlage. Sei hier die Liebe zu Gott oder die Liebe zum Nächsten gemeint, hinterfragte Priester Mathias Gramlich, stellvertretender Bezirksvorsteher, was er mit „Wenn jemand spricht: ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht.“ (1. Johannes 4,20) sogleich klarstellte. Jesus habe als höchstes Gebot genannt: „du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft“ (Markus 12,30) und gleich erweitert um „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Markus 12, aus 31). Das sei nicht nur ein Doppelgebot, sondern eigentlich ein Dreifachgebot, denn nur, wer mit sich im Reinen ist, könne dem Nächsten in Liebe, Friede und Wertschätzung begegnen. Evangelium nur in der Theorie habe keinen Wert. In einer christlichen Gemeinschaft, in der auch Sorgen geteilt werden können, sei Jesu Liebe und Hoffnung spürbar.
„Wir sind beschenkt von der Liebe Gottes“ eröffnete Evangelist Peter Ruf seinen Predigtbeitrag und begründete: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16) Er erläuterte die Vokabel „Agape“ im griechischen Urtext der Bibel als die selbstlose Liebe zu Gott und zum Nächsten, die durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes reicher werden könne.
Mit einem Zitat aus einer wahren Begebenheit „Du bist hier, um die zu lieben, die ungeliebt sind“ und dem Hinweis auf Matthäus 25, aus 35 „Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben“ leitete Priester Gramlich zum sakramentalen Teil des Gottesdienstes über.
Anschließend bedankte sich Priester Gramlich bei dem kürzlich zugezogenen Priester Max Baumann für dessen „Ja“, sich mit allen Talenten und aller Freude in der Gemeinde Sinsheim einzubringen, versprach göttlichen Segen und bestätige dessen Priesteramt.
Mit einem herzlichen Gebet – auch für die 365 Millionen weltweit verfolgten Christen in 78 Ländern – und dem Segen endete der Gottesdienst.