Vogelgezwitscher und Glockengeläut umrahmten den Open Air-Gottesdienst am Sonntag, 16. Juni 2024. Mehr als 100 Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer aus den Gemeinden Bammental, Neckargemünd-Mückenloch und Neckarsteinach-Darsberg hatten sich auf dem Freigelände hinter der katholischen Kirche in Wiesenbach versammelt.
Etwas zaghaft schaute die Sonne hervor, als Priester Mathias Gramlich, stellvertretender Bezirksvorsteher im Kirchenbezirk, in seinem ersten Gebet am steinernen Altar auch um Mut bat, den Glauben mit in den Alltag zu nehmen.
„Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Lieder singt Gott dankbar in eueren Herzen.“
Kolosser 3,16 war Predigtgrundlage. Priester Gramlich beschrieb Jesus Christus als Eckstein im Gemeindegebäude, wo der Glanz der Gemeinde heller strahlen möge, als der des Kirchengebäudes. Das Evangelium solle mitten in der Gemeinde wohnen und keine Fassade darstellen. Dazu solle das Kirchengebäude ein Ort zum Wohlfühlen sein. „Um was geht es eigentlich?“ fragte Priester Gramlich, wenn es in einer Gemeinde bei organisatorischen Dingen zu Missverständnissen komme und riet, dann einen Schritt zurückzugehen, damit sich alle wohlfühlen können.
Das Wichtigste im Leben sei, Gott von ganzem Herzen zu lieben. In einer guten stabilen Beziehung zu Gott, werde sich alles andere von selbst erledigen. Man werde sich selbst mehr lieben können und damit auch den Nächsten. Der Nächste sei der, der gerade Hilfe brauche.
Durch positive Ausstrahlung das Wort Gottes zu den Menschen tragen, empfahl Hirte Achim Beck, Vorsteher der Gemeinde Bammental in seinem Predigtbeitrag.
Jesus als Eckstein gebe den Weg vor und wolle bei jedem Einzelnen einziehen, wofür Raum geschaffen werden müsse, stellte Priester René Keune, stellvertretender Vorsteher der Gemeinde Neckargemünd-Mückenloch fest.
Keine potemkinschen Dörfer zu bauen, dazu forderte Priester Hubert Emmerich, Vorsteher der Gemeinde Neckarsteinach-Darsberg auf. Jesus Christus als Mittelpunkt des Lebens sei keine Belehrung, sondern Liebe, Nähe, Güte und Gnade.
Mit Jesus Christus den Perspektivwechsel vollziehen, damit bei einem Wind nicht gleich alles zusammenfalle, riet Priester Niclas Dörsam, stellvertretender Vorsteher der Gemeinde Bammental.
„Du bist hier, um die zu lieben, die ungeliebt sind“ zitierte Priester Gramlich aus einer wahren Begebenheit und leitete zum sakramentalen Teil des Gottesdienstes unter freiem Himmel über.
Kindergottesdienst
Parallel zum Gottesdienst hatten sich zehn Kinder im Vorsonntagsschul- und Sonntagsschulalter in den Gemeinderäumen mit dem Thema Nächstenliebe beschäftigt. Dabei stand die „Goldene Regel“ im Mittelpunkt: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“ (Matthäus 7,12) und wie Liebe in den Alltag transportiert werden kann. Kreativ bemalte Steine und alle Verse aus „Wie groß ist Gottes Liebe“ (78 Kinderliederbuch) war die Antwort der Kinder, bevor Priester Elias Feil mit ihnen kindgerecht Heiliges Abendmahl feierte.
Beisammensein
Zu einem Kaffee nach dem Gottesdienst lud Priester Dörsam alle Anwesenden ein, während das Freigelände mit seinem alten Baumbestand zum gemütlichen Teil umgebaut wurde. Ein reichhaltiges Buffet bot für jeden Geschmack etwas und war die Grundlage für schöne, gemeindeübergreifende Gespräche.