Die Passionsgeschichte nach Johannes stand in diesem Jahr im Mittelpunkt der alljährlich stattfindenden Reihe der ökumenischen Passionsandachten im Heidelberger Stadtteil Rohrbach. Am Donnerstag, 14. März 2024 fand die Einkehr zu Gebet und Meditation in der neuapostolischen Kirche im Helaweg statt.
Priester Andreas Ruf, Vorsteher der Gemeinde Heidelberg-Rohrbach begrüßte mehr als 20 Rohrbacher Christinnen und Christen zur Abendandacht, die mit dem gemeinsamen Gesang „Blicke nur auf Jesum“ (GB 375) begann. Nach einem ersten Gebet blickte Bezirksälteste Gerd Merkel auf die zurückliegenden Andachten in der St. Johannes-, der St. Thomas- und der Melanchthonkirche mit den Themen „Einzug in Jerusalem“, „Fußwaschung“ und „Verleumdung“ zurück.
Jesu Verhör vor Pilatus nach Johannes 18,28-40 war Thema dieses Abends. Karin Weidenheimer las die entsprechenden Bibelverse, während Bezirksälteste Merkel sich ihnen anhand der Auslegung von Hamilton Smith „Das wahre Licht“ näherte. Deutlich wurde die Diskrepanz zwischen religiöser Anschauung und weltlicher Macht, das Unverständnis Pilatus von Wahrheit und seine Suche nach Gerechtigkeit und einer Lösung, um das Volk zu besänftigen. Indem er auf eine jüdische Sitte zurückgriff, anlässlich des Passahfestes einen Gefangenen freizulassen, wurde mit der Wahl von Barabbas, einem verurteilten Verbrecher die überbordende Ablehnung Jesu durch das jüdische Establishment deutlich.
„Mir tut es weh“, kommentierte Bezirksälteste Merkel die biblische Situation, wie Jesus als Unschuldiger überantwortet worden sei, diese Situation mit Gott bestritten und souverän gemeistert habe. Die Beschäftigung mit der Passionszeit bringe näher zu Jesus. Dazu hatte er ein Bändchen mit einem kleinen Kreuz mitgebracht, das wohl seine Enkelkinder vergessen hatten. Sei man nur mit einem Kreuz um den Hals bekennender Christ oder könne man auch ohne Kreuz sehen, „dass ich Christ bin und das Evangelium durch mein Verhalten verkündige?“ fragte er in die Runde.
Nach einem weiteren Lied und dem gemeinsamen Vaterunser-Gebet endete die Andacht mit Gebet und Segen.