Was als komplettes Open-Air-Event geplant war, musste wetterbedingt unters schützende Kirchendach verlegt werden. Rund 30 Biker hatten sich am Sonntag, 6. August 2023 auf den Weg zum Gottesdienst der Gemeinde Neckargemünd-Mückenloch gemacht.
„Mit dir, o Herr, verbunden“ (GB 189) stimmte eine besonders große Gemeinde zu Beginn des Gottesdienstes an und Priester Dirk Feil, Vorsteher der Gemeinde Neckargemünd-Mückenloch, gedachte in seinem ersten Gebet auch der Biker und derer, die bei ihrem Hobby verunglückt sind.
„Du bist ein Gott, der mich sieht“ – 1. Mose 16,13
„Und sie nannte den Namen des HERRN, der mit ihr redete: Du bist ein Gott, der mich sieht. Denn sie sprach: Gewiss hab ich hier hinter dem hergesehen, der mich angesehen hat.“ 1. Mose 16,13 war Predigtgrundlage. Priester Feil lud alle Anwesenden ein, noch enger zusammenzurücken, um miteinander Gottesdienst zu feiern. Gott sehe alle – auch in aller Unvernunft. Mit zeitgemäßen Worten schilderte er die biblische Situation um den Konflikt zwischen Sarah und ihrer Sklavin Hagar, die in die Wüste geflohen war und dort die Begegnung mit Gott hatte. Er transportierte das Geschehen in die Gegenwart und versicherte: „Gott sieht dich auch in deiner Kummerhöhle. Er ist immer für dich da“. Priester Feil forderte dazu auf, wie Hagar zurückzugehen und beschrieb die Wertschätzung, die Gott jedem einzelnem zuteilwerden lasse und die an den Nächsten weitergegeben werden könne.
„That’s live“ kommentierte Diakonin Janina Birke die biblische Situation. Sie bekräftigte, Gott sehe allen Kummer, den sonst keiner sehe, und riet, sich immer vertrauensvoll an ihn zu wenden.
Wenn Gott sage „Ich sehe dich“, geschehe das in vollkommener Liebe und Hinwendung und nicht mit erhobenem Zeigefinger, ergänzte Priester René Keune in seinem Predigtbeitrag.
Am Ende des Gottesdienstes formierte sich der Biker-Mückenloch-Männerchor um den Altar und intonierte stimmgewaltig „Nur so wie du“ (MC 17)
Fellow ship
Nach dem Gottesdienst wurden kurzerhand die Kirchenbänke zur Seite geschoben und Tische dazwischen gestellt. Draußen unterm Pavillon, der eigentlich als Sonnenschutz dienen sollte, stand der Vorsteher am Grill neben den geparkten Motorrädern. Auch wenn das Wetter die ursprünglichen Pläne durchkreuzte, genossen alle Anwesenden die Gastfreundschaft der Gemeinde und die Gemeinschaft unter Gleichgesinnten. Nach Kaffee und Kuchen hieß es wieder Abschiednehmen.