Der Weltgebetstag, den Frauen aus Nigeria vorbereitet hatten, fand am Freitag, 6. März 2026 rund um den Globus statt. Neuapostolische Kirchengemeinden wirkten in zahlreichen Orten im Kirchenbezirk an ökumenischen Gottesdiensten mit.
Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas mit über 230 Millionen Einwohnern, mehr als 250 Ethnien, mehr als 500 gesprochenen Sprachen und einer der jüngsten Bevölkerung weltweit, wird von vielfältigen ethnischen, religiösen und sozialen Spannungen erschüttert. Korruption, Umweltverschmutzung, Armut und Gewalt prägen das Land, in dem mehr als die Hälfte dem Islam angehören, während sich knapp die Hälfte der Bevölkerung zum Christentum bekennt.
In diesen existenzbedrohenden Situationen schenkt ihr Glaube vielen Menschen Hoffnung. Vor diesem Hintergrund haben nigerianische Frauen den Gottesdienst zum Weltgebetstag 2026 in Anlehnung an Matthäus 11,28-30 gestaltet: „Kommt! Bringt eure Last“
Bammental
Mit landestypischen Gegenständen war der Altar in der katholischen St. Dionys-Kirche in Bammental geschmückt. Frauen der evangelischen, katholischen, mennonitischen und neuapostolischen Kirchengemeinden Bammentals hatten den Gottesdienst vorbereitet und zelebrierten ihn gemeinsam.
Eberbach
„Funga alafia“ ist Yoruba, eine der Sprachen Nigerias und bedeutet „Schön, dass du da bist“. So begrüßte der große ökumenische Chor mit Sängerinnen und Sängern der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirchengemeinden unter Leitung von Beatrix Raab von der neuapostolischen Kirchengemeinde Eberbach die zahlreichen Besucherinnen und Besucher in der evangelischen Michaelskirche am Neuen Markt. Viele Melodien waren noch auf dem Weg ins Gemeindehaus zu hören, wo im Anschluss an den Gottesdienst Gemeinschaft bei nigerianischen Köstlichkeiten gepflegt wurde.
Im kommenden Jahr wird der Gottesdienst anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Weltgebetstages in der neuapostolischen Kirche im Schafwiesenweg stattfinden.
Eschelbronn
Im evangelischen Gemeindehaus Eschelbronn fand ein von evangelischen, katholischen und neuapostolischen Frauen vorbereiteter Abend in schöner ökumenischer Gemeinschaft statt.
Haßmersheim
Jeder der rund 100 Gottesdienstteilnehmenden erhielt am Eingang der katholischen Pfarrkirche St. Dionysius Haßmersheim einen bunten Notizzettel, um darauf ein persönliches Anliegen oder eine Sorge zu vermerken. Diese persönliche „Sorgenlast“ konnte während des Gottesdienstes in die symbolische Sorgenwand bzw. Klagemauer, die aus entsprechend beschrifteten Kartons im Altarraum aufgebaut war, eingeworfen werden
Nach der Begrüßung und musikalischen Einstimmung durch eine kleine Band folgte ein Diavortrag mit Einführung in die Landessituation. Zwei Musiker mit nigerianischen Wurzeln beeindruckten mit einem Intermezzo afrikanischer Trommelmusik und versprühten nigerianisches Temperament und Lebensfreude.
Lesungen und Fürbitten machten auf die schwierige Situation der Frauen in Nigeria aufmerksam, die viele Alltagslasten zu tragen haben, oft weite Wege zurücklegen müssen, um Wasser und Holz zu beschaffen und unter Armut und politischer Unsicherheit leiden. Halt und Zuversicht gibt ihnen einzig ihr Gottvertrauen.
Mit Trauben und Brotstücken wurde gemeinsam Agapemahl gefeiert und der Gottesdienst mit einem aus Afrika stammenden Segensspruch beendet. Anschließend traf man sich bei Tee und Gebäck zum Beisammensein im Pfarrsaal.
Mosbach
Der diesjährige Mosbacher Weltgebetstag wurde in der katholischen Kirche St. Josef gefeiert – gestaltet von Frauen der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirchengemeinden Mosbachs. Am Eingang erhielt jeder Gottesdienstteilnehmende einen Stein als Zeichen der Last, die zu Beginn des Gottesdienstes symbolisch vor dem Altar ablegt werden konnte. Im Anschluss wurde noch Gemeinschaft mit nigerianischen Spezialitäten gepflegt.
Neckarbischofsheim
In der katholischen Kirche Neckarbischofsheim feierte Christen der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirche gemeinsam.
Wiesloch
Mit Hingabe und Liebe zum Detail hatte sich in Wiesloch ein eingespieltes Team von Frauen der evangelischen Petrusgemeinde, der evangelisch-methodistischen Gemeinde, der katholischen Kirchengemeinde St. Augustinus und der neuapostolischen Kirchengemeinde um die Vorbereitungen gekümmert und zum Gottesdienst am Abend des 6. März 2026 ins evangelische Gemeindehaus eingeladen.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen lauschten im Verlauf des Gottesdienstes drei Geschichten von nigerianischen Frauen, deren Glaube trotz schwierigster Lebensumstände die Zuhörerschaft nachhaltig beeindruckte: Eine Witwe fand Kraft im Glauben und in der Gemeinschaft mit anderen Witwen. Eine aufgrund ihrer Religion verfolgte Frau erlebte, wie durch ihre tägliche Entscheidung für Liebe ihre Last leichter zu tragen war und sie Ruhe in Gott finden konnte. Eine in Armut und Verzweiflung lebende Frau sagte: „Wir sind belastet, aber nicht gebrochen“. Sie wusste, dass Hoffnung in einer belasteten Welt nur in Jesus zu finden ist.
Lieder mit lebendigen Rhythmen luden zum Aufstehen, Klatschen und Mitsingen ein. Manche waren extra für diesen Tag komponiert worden. Umrahmt wurde der Gottesdienst von einem kleinen Ansingchor begleitet von Klavier, Querflöte, Gitarre und Bongos. Als Zeichen für Liebe, Frieden und Versöhnung wurde zum Ende des Gottesdienstes um Spenden für die Unterstützung von über 100 Partnerorganisationen gebeten. Nach dem Gottesdienst gab es bei Tee und Chin Chin, einer selbstgebackenen Spezialität aus Nigeria, reichlich Zeit für Gespräche und einen harmonischen Ausklang des Abends.
Die Weltgebetstagkerze wurde auch in Wiesloch an eine Vertreterin der neuapostolischen Kirchengemeinde überreicht, wo der Gottesdienst zum 100-jährigen Jubiläum des Weltgebetstages im kommenden Jahr stattfinden wird.