Rund um den Globus begingen Christinnen und Christen in mehr als 150 Ländern am Freitag, 1. März 2024 den Weltgebetstag. In christlicher Verbundenheit wurden in zahlreichen Orten im gesamten Kirchenbezirk ökumenische Gottesdienste gefeiert – so in Eschelbronn, Haßmersheim, Mosbach und Heidelberg-Wieblingen. In Bammental, Eberbach und Wiesloch fanden die Gottesdienste in der neuapostolischen Kirche statt.
Die Liturgie des Weltgebetstags wird in jedem Jahr von Christinnen eines anderen Landes vorbereitet. 2017 wurde festgelegt, dass der Weltgebetstag 2024 in Palästina vorbereitet wird, was zwischen 2020 – 2022 erfolgte und durch die Geschehnisse im Oktober 2023 eine weitere Dimension erhielt. Der diesjährige Titel lautet: „Palästina …durch das Band des Friedens“. Als roter Faden diente Epheser 4,1-17, wo Apostel Paulus aufforderte „Ertragt einander in Liebe“.
In Palästina bekennen sich nur 1,2 % - rund 50.000 Menschen - zum christlichen Glauben in heterogener Zusammensetzung. Lebten während des Osmanischen Reiches alle Religionen friedlich zusammen, entwickelte sich im 20. Jahrhundert zunehmender Nationalismus, in dem jede Religion eigenes Land forderte. 1948 kam es zur Gründung von Israel und dem Beginn der Nakba, einer bis 1949 dauernden Flüchtlingswelle, in der die sozialen Bindungen von rund 700.000 arabischstämmigen Menschen zerstört wurden – gefolgt von zahlreichen Konflikten bis heute.
Gebete, Lieder zum Frieden und Lesungen wechselten sich in lockerer Reihenfolge ab. In szenischer Darstellung wurden drei Einzelschicksale lebendig, die sich als Christinnen in ihrer Heimat für Frieden und Verständigung einsetzten, aber Tod oder Vertreibung erleiden mussten. Inständige Fürbitten für Frieden, Gerechtigkeit, Religionsfreiheit und freie Meinungsäußerung mündeten in ein gemeinsames Vaterunser-Gebet, das zuvor auf Aramäisch, der Sprache Jesu vorgetragen wurde. Mit Kollekte, die ausgewählten Projekten in Israel und Palästina zugutekommt, Friedensgruß und Segen endete der Gottesdienst, bevor gemeinsam das alljährliche Schlusslied „Der Tag ist um“ gesungen wurde.
Bammental
In der Kirche Bammental lagen Olivenzweige und Stoffbänder mit der Aufschrift „…durch das Band des Friedens“ auf den einzelnen Plätzen bereit. Während des Gottesdienstes miteinander verbunden, machten sie den Zusammenhalt in Frieden und Liebe untereinander sichtbar. Das anschließende Buffet gab mit orientalischen Speisen und Gewürzen einen Eindruck des Gastgeberlandes.
Eberbach
Weit mehr als 100 Christinnen und Christen füllten die Eberbacher Kirche, wo auch ein Chor mit 25 evangelischen, katholischen und neuapostolischen Sängerinnen für einen mitreißenden, stimmungsvollen Rahmen sorgten. Am Altar spannte sich das symbolische Band des Friedens. Auf einem weiteren waren die Worte Güte, Treue, Gerechtigkeit, Friede, Demut, Freundlichkeit, Geduld und Liebe zu lesen. Bärbel Niklas von der neuapostolischen Kirche und Barbara Coors von der evangelischen Kirche führten durch den Gottesdienst, an dessen Ende Bärbel Niklas nach zehnjähriger Mitarbeit aus dem Eberbacher Weltgebetstagskomitee verabschiedet wurde. Spontan stimmte der Chor nach Beendigung des Gottesdienstes „Hevenu Shalom Alechem“ an und alle Anwesenden sangen und klatschten mit.
Eschelbronn
Rund 40 Frauen unterschiedlicher Religionsgemeinschaften hatten sich im evangelischen Gemeindehaus Eschelbronn versammelt, um in schöner Atmosphäre das abwechslungsreiche Programm mit Hintergrundinformationen, gemeinsamem Singen, Beten und anschließendem Austausch bei landesspezifischen Leckereien zu erleben.
Haßmersheim
Mit der Friedensaktion „Lasten ablegen und ein Friedenband mitnehmen“ setzte das Haßmersheimer Weltgebetstagsteam einen zusätzlichen Impuls. Am Eingang der katholischen Kirche St. Dionysius in Haßmersheim erhielt jede Gottesdienstbesucherin und jeder Gottesdienstbesucher einen kleinen Stein, der nach der Predigt am Altar abgelegt und gegen ein Friedensband getauscht werden konnte. Während die Anwesenden Psalm 85 beteten, wurden die „großen Worte“ wie Güte, Friede, Gerechtigkeit mit lila Bändern an der Vorderseite des Altars angebracht. Das gleiche geschah bei der Lesung von Epheser 4,1-17. Die evangelische Theologin Dr. Heike Vierling-Ihrig las Johannes 15, 12-17 „Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe“ und regte an: „Liebt einander, beten hilft, Frieden zu finden“.
Um die Verbindung zu Christus und untereinander zu stärken, wurde das Agape-Mahl in Form von kleinen Brotstücken und Trauben dargereicht. Der Kanon „Schalom chaverim“ wurde wechselseitig vom Projektchor und der Gemeinde intoniert. Nach dem Gottesdienst waren alle noch zu einem kleinen Imbiss in den Pfarrsaal eingeladen. Eine Weltgebetstagspostkarte versehen mit einer weißen Friedenstaube begleitete jeden Teilnehmenden zurück in den Alltag.
Mosbach
In Mosbach fand der Weltgebetstag in der katholischen Pfarrkirche St. Josef statt. Nach dem Gottesdienst fand man sich noch gemütlich zusammen bei Humus, Oliven und Fladenbrot.
Wiesloch
In Wiesloch fand der Weltgebetstag zum ersten Mal in der neuapostolischen Kirche statt – vorbereitet von einem Team von sechs Frauen aus der evangelischen, katholischen, methodistischen und neuapostolischen Kirchengemeinde. Aufgrund der aktuellen Kriegssituation hatten sie sich für ein Friedensgebet als Alternative entschieden. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ würde ein Friedensgebet besser passen, fragten sie sich und erstellten ein stärkendes und mutmachendes Programm. Lieder wie „Frieden wünsch ich dir“ und „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“, vorgetragen von einem Chor und Orchester der beteiligten Kirchengemeinden, erfüllten die gut besetzte Kirche. 1. Mose 13,1-12 war Grundlage des ökumenischen Gottesdienstes. Hier wird berichtet, wie Abraham Lot den Vortritt bei der Auswahl der Weidegründe gab und somit dafür sorgte, dass der Streit zwischen ihren Hirten nicht eskalierte. Einen Konflikt auf Augenhöhe anzugehen und eine gesichtswahrende Lösung für beide Seiten zu erreichen, um Frieden zu schaffen, einfach Böses mit Gutem zu überwinden, sei Aufgabe eines jeden Christen. Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit konnte jeder Teilnehmende das erhaltene Friedensband mit seinem Sitznachbarn verknüpfen, bevor der Gottesdienst mit einem Segen und einem gemeinsamen Lied endete. Beim anschließenden Imbiss nutzten viele die Möglichkeit zum regen Austausch und machten sich dann mit vielen positiven Impulsen auf den Heimweg.
Salaam al Massih
„Wenn wir trotz aller Schwierigkeiten zusammenhalten, leben wir dem Frieden entgegen, den Gott uns verheißen hat“ heißt es in der Liturgie des Weltgebetstages 2024, bevor sich alle auf Arabisch grüßen: „Salaam al Massih“ – „Der Friede Christi“