Zarte Flötenklänge mit Klavierbegleitung erfüllten die Kirche Wiesloch, als Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer aus den Gemeinden Schriesheim, Wiesloch und Wilhelmsfeld eintrafen. Apostel Martin Rheinberger feierte den Gottesdienst am Mittwochabend, 21. Februar 2024, in dessen Verlauf er den stellvertretenden Vorsteher der Gemeinde Schriesheim in den Ruhestand entließ und einen kommissarischen Vorsteher beauftragte.
„Betende Hände“ (CB 350) intonierte der gemischte Chor nach dem ersten Gebet von Apostel Rheinberger, was diesen an die Bitte der Jünger Jesu erinnerte: „Herr, lehre uns beten“ (aus Lukas 11,1). Der Bitte „um klare Sicht“, wenn um den Betenden herum alles im Nebel verschwinde, setzte er die Gewissheit aus Psalm 23,4 entgegen „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ Die Bitte um „unser täglich Brot“ bezeichnete er als Gemeinschaftsprojekt zusammen mit und für den Nächsten. Gedankt werden könne Gott für seine Langmut, seine Zuversicht mit jedem einzelnen und seiner Treue in seiner vollkommenen Liebe.
„Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?“ Römer 8,35 war Predigtgrundlage. Seine vollkommene Liebe habe Gott in der Sendung und dem Opfertod seines Sohnes bewiesen. Er zeige sie in Predigt und Sakrament im Sinne von „Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ (aus Lukas 17,21). Apostel Rheinberger ermunterte „Sage dem lieben Gott deine Angst“ und erinnerte dabei an das Gebet Jesu im Garten Gethsemane und der anschließenden Stärkung durch den Engel - denn: „Beten wirkt!“. Gottes Liebe sei größer als die Verfehlungen des einzelnen. Der Apostel riet, mit Sicherheit als Grundstimmung im Herzen und positiver Ausstrahlung einer allgemeinen gesellschaftlichen Verunsicherung entgegenzuwirken.
„Es gibt nichts, was uns scheiden kann von der Liebe Gottes – außer uns selbst“ betonte Priester Peter Ockert, stellvertretender Vorsteher der Gemeinde Schriesheim, im letzten Predigtbeitrag seiner aktiven Amtszeit. Darauf lege Gott seinen Segen.
Die Auswirkungen der Nähe Gottes veranschaulichte Apostel Rheinberger am biblischen Beispiel, als Jesus beim Zöllner Zachäus einkehrte, dieser sich bekehrte und Jesus feststellte: „Heute ist diesem Hause Heil widerfahren“ (aus Lukas 19,9).
Nach dem sakramentalen Teil des Gottesdienstes bat Apostel Rheinberger Priester Ockert an den Altar und dankte ihm für mehr als 45 Jahre ehrenamtliche Seelsorge überwiegend in den Gemeinden Nußloch und Wiesloch sowie zuletzt knapp zwei Jahre als stellvertretender Vorsteher der Gemeinde Schriesheim. Zum Ruhestand widmete er ihm 1. Korinther 15,10. Mit der Leitung der Gemeinde Schriesheim beauftragte er Bezirksevangelist Rainer Lang kommissarisch und wünschte ihm dabei viel Segen.
„Wir wissen nicht, was vor uns liegt, aber wir wissen, dass du bei uns bist. Und das macht uns dankbar“ formulierte Apostel Rheinberger in seinem abschließenden Gebet und segnete die Gemeinde.