Die Wiesenbacher Biddersbachhalle war auch am Sonntag, 22. Juni 2025 Mittelpunkt des Kirchenbezirks. Parallel zum Gottesdienst mit Apostel Martin Rheinberger in der Halle feierten die Kinder auf dem Außengelände Gottesdienst - gefolgt von einem abwechslungsreichen Nachmittagsprogramm.
Come together mit Kaffee und Soundcheck
Bei strahlendem Sonnenschein strömten die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher vom nahegelegenen Parkplatz eines Supermarktes auf das Gelände, um in schöner Gemeinschaft noch einen Kaffee zu genießen. Ab 9:30 Uhr probten die Kinder auf dem Außengelände, während sich Orchester und Jugendchor um 9:45 Uhr zum Soundcheck in der Halle trafen.
Kurz vor dem Gottesdienst erfüllte „Kommet her, o kommet her“ (Jeremy Dawson *1974), das Lied des Süddeutschen Kirchentags 2024, gesungen von allen Anwesenden die Halle und schuf eine feierliche Atmosphäre.
Während der Organist den Gottesdienst mit seinem Orgelspiel einleitete, kamen auch die Kinder aus dem Außenbereich in die Halle und scharten sich unterhalb der Bühne vor dem Altar. Nach dem ersten Gebet von Apostel Martin Rheinberger sangen die Kinder zusammen mit allen Anwesenden, Jugendchor, Orchester- und Klavierbegleitung „Frieden suchen, Gerechtigkeit leben“, das Jeremy Dawson eigens für diese Veranstaltung komponiert hatte.
„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“
Apostel Martin Rheinberger hatte Matthäus 6,33 als Predigtgrundlage gewählt. Er beschrieb, wie Esau und Jakob trotz Betrug und Flucht sich nach langer Zeit wieder versöhnten und beide dabei feststellten, dass Gott über alle Schwierigkeiten hinweg bei ihnen war und sie gesegnet hatte, wofür sie Gott priesen.
„Setzt euch zuerst für Gottes Reich ein und dafür, dass sein Wille geschieht. Dann wird er euch mit allem anderen versorgen“ las der Apostel aus der „Hoffnung für alle“-Übersetzung. Als Musterbeispiel nannte er Abraham, dessen Glaube ihm zu Gerechtigkeit gerechnet wurde, weil er Gott bedingungslos vertraut habe und ihm nachgefolgt sei.
„Selig sind, die Frieden stiften“ zitierte Apostel Rheinberger aus Matthäus 5,9. Demut und Sanftmut stifte Frieden, was nicht bedeute, sich kleiner zu machen, sondern den anderen als Ebenbild Gottes zu sehen. Jesus wolle seine Herrlichkeit mit den Menschen teilen, stellte der Apostel fest und forderte dazu auf, das Christsein ebenfalls mit den Mitmenschen zu teilen. Auch Geduld schaffe Frieden, mahnte der Apostel zu besonnener Handlungsweise.
Christsein bewirke nicht automatisch ein sorgenfreies Leben, gab Bezirksvorsteher Priester Mathias Gramlich in seinem Predigtbeitrag zu bedenken. Er verwies auf den Titel der Veranstaltung „Jesus lädt ein“, versprach die Fürsorge Jesu, wozu aber kindliche Hinwendung und Vertrauen notwendig sei, wie Jesus selbst in Matthäus 18,3 erklärte: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“
„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ – Open-Air-Kindergottesdienst
Nach dem Gebet mit Apostel Rheinberger und dem gemeinsamen Lied in der Halle bevölkerten die Kinder den Außenbereich im Schatten einiger Bäume. Priester Manuel Mauritz stellte Matthäus 5,9 in den Mittelpunkt und hatte dazu eine spannende Geschichte mitgebracht: Milla und Ben freuten sich in den Ferien auf die Realisierung ihres Baumhausprojektes, bis sie merkten, dass sie mit Piratenschiff und Feenhäuschen unterschiedliche Vorstellungen verfolgten und im Streit auseinandergingen. Mit mütterlicher Unterstützung wurden verschiedene Möglichkeiten ausgelotet, bis sie sich grollend darauf einigten, ein Baumhaus zu bauen, das auf der einen Seite einem Piratenschiff ähnelt und auf der anderen Seite einem Feenhäuschen. Beim Werkeln halfen sie sich nach und nach gegenseitig, bis schließlich jeder den anderen mit seinen Fähigkeiten optimal unterstützte. Schließlich weckte das interessante Projekt die Aufmerksamkeit ihrer Freunde und Nachbarn und sorgte noch lange für Gesprächsstoff.
„Herr, gib mir Mut zum Brücken bauen“ (Kurt Rommel/Paul Bischoff) schmetterten die Kinder und stellten fest, dass Versöhnung und die Entscheidung für Frieden nur aktiv in Zusammenarbeit und Realisierung von Kompromissen gelingt, was Priester Mauritz mit Römer 12,18 untermauerte: „Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.“
Gruppenbild – Mittagessen - Nachmittagsprogramm
Nach dem Ende der beiden Gottesdienste kamen die Kinder zurück in die Halle und scharten sich um Apostel Rheinberger im Mittelgang, damit ein Foto von der großen Festgemeinde aufgenommen werden konnte, dass an diejenigen verschickt wird, die aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnten.
„With you I can“ intonierte der Jugendchor mit Piano- und Orchesterbegleitung, während bereits die Umkleideräume genutzt wurden, die Halle für die späteren Sportveranstaltungen abgeteilt und umbestuhlt wurde und die Essensausgabe für Schnitzel mit Kartoffelsalat öffnete. Draußen standen mittlerweile vier Foodtrucks bereit mit Flammkuchen, Currys, Cous-Cous-Bowls, Bratwurst, Pommes, Burger und vielem mehr. Der Getränke- und Eiswagen waren stets belagert. Ab 14:00 Uhr standen in der Halle Kaffee und Kuchen bereit, während die Jugendlichen im Außenbereich Crêpes zubereiteten.
Stände im Außenbereich
Zwischenzeitlich hatten auch die Stände im Außenbereich geöffnet. Direkt vor der Halle sensibilisierte die Regenbogen-NAK für die LGBTI-Community mit Integration und persönlicher Seelsorge. Die ACK Bammental zeigte die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen, während die mennonitische Kirche über 500 Jahre Täuferbewegung informierte.
Bereits zum zweiten Mal dabei war die Neckargemünder Tafel e. V. sowie der ambulante Hospizdienst Elsenztal e. V. vertreten. Neu war der Themenstand Sternenkinder, der die Ausnahmesituation von Eltern ungeborener oder frühverstorbener Kinder liebevoll beleuchtete.
Natürlich waren Ponyreiten auf dem benachbarten Reitplatz, Hüpfburg und Kreativ-Spieletreff die Highlights für die Kinder.
Workshops und Sportprogramm
Im Foyer der Halle standen Farben, Staffeleien und Leinwände bereit, um Ideen in Bilder umzusetzen. Der Gebetsraum bot Möglichkeit zur Meditation und neuen Gebetserfahrungen. „Versöhnt statt verstrickt“ lautete ein Vortrag zur Mediation nach biblischem Vorbild. Die Glaubensimpulse zu Römer 8,28 mit Kurzvideos und Gruppenarbeit starteten um 15:00 Uhr.
Die Sportbegeisterten tobten sich auf dem Volleyballfeld aus, während die Kleinsten die Turnstrecke eroberten.
Bühnenprogramm
Ein flotter Musikworkshop mit Clarissa Lena Müller und Jeremy Dawson begann um 14:00 Uhr auf der Bühne.
Nici Gabriel von Open Doors Deutschland e. V. öffnete ab 16:00 Uhr mit ihrem anschaulichen Vortrag die Augen für aktuelle Christenverfolgung. Sie berichtete, dass weltweit 380 Millionen Christen in 78 Ländern wegen ihres Glaubens intensiver Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt seien, Brücken aber nur mit Liebe und gegenseitiger Wertschätzung gebaut werden können. Dazu zitierte sie Bruder Andrew (1928 – 2022), den Gründer von Open Doors: „Feinde kannst du nicht zu Jesus führen. Du kannst nur Freunde zu Jesus führen.“
Spendenübergabe
In der Abschlussveranstaltung bat Priester Mathias Gramlich neben Nici Gabriel von Open Doors Deutschland e. V. auch Helga Schmidtke vom Sternenkinderzentrum Odenwald e. V., Gaby Burger vom ambulanten Hospizdienst Elsenztal e. V und André Hütter von der Neckargemünder Tafel e. V. auf die Bühne, um jeweils einen Scheck 1.000 Euro von human aktiv, dem Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland zu überreichen. In ihren Dankesworten gaben alle Spendenempfänger einen kurzen Einblick in ihre jeweilige ehrenamtliche Arbeit im Dienst am Nächsten.
Priester Gramlich dankte allen Anwesenden, Mitwirkenden sowie dem fünfköpfigen Projektteam für alle Vorbereitungen und den jeweiligen Beitrag zum Gelingen des wunderschönen Bezirksfestwochenendes. Sein herzliches Dankgebet ergänzte Nici Gabriel mit Fürbitten für benachteiligte Christen und die Arbeit der drei gemeinnützigen Organisationen.