Streicherklänge empfingen die Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer am Sonntagvormittag, 4. Mai 2025 in der Kirche Heidelberg-Wieblingen. Kinder, Schwiegerkinder sowie ein Enkelsohn musizierten für Edeltraut und Herbert Noffz im letzten Gottesdienst vor deren Wegzug.
„Die Kirche ist gegründet allein auf Jesus Christ“ (CB 379) - inspiriert vom Lied des gemischten Chores stellte Priester Holger Döhling fest, dass Glaube nicht ortsgebunden und überall die gleiche Wortverkündigung zu hören sei.
„Und es geschah, als sie so redeten und einander fragten, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten.“
Lukas 24,15-16 war Predigtgrundlage. Priester Döhling schilderte den biblischen Kontext, als zwei Jünger Jesu sich enttäuscht und verzweifelt auf den Weg nach Emaus machten. Einen Ort, der heute nicht mehr genau lokalisiert werden kann, im Umkreis von 12 Kilometer um Jerusalem. Als sich ein Fremder zu ihnen gesellte, wunderten sie sich über dessen Unwissenheit bezüglich des Karfreitags- und Ostergeschehens. Als dieser ihnen jedoch alte Schriften auslegte und dann weitergehen wollte, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben. Beim Brotbrechen erkannten sie, dass der auferstandene Jesus selbst bei ihnen weilte und sie gingen voller Freude zurück zu den anderen nach Jerusalem. Jesus, der jeden einzelnen so liebhabe, dass er jedem nachgehe, habe Verzweiflung in große Freude umgekehrt, resümierte Priester Döhling.
Priester Steffen Ambiel ermunterte in seinem Predigtbeitrag zum Wunsch der Emausjünger „Herr, bleibe bei uns!“, denn durch die Begleitung von Jesus konnten sie verspüren, was tatsächlich wichtig aber zuvor nicht begreifbar war.
Abschied
„Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen“ – mit dem irischen Segenslied setzte der gemischte Chor den musikalischen Schlusspunkt des Gottesdienstes bevor Priester Steffen Ambiel mit herzlichen Worten Edeltraut und Herbert Noffz dankte. Nach mehr als ein Dreiviertel Jahrhundert in der Gemeinde Heidelberg-Wieblingen verlegen die beiden nun ihren Wohnsitz in die Nähe ihrer Tochter. Priester i. R. Herbert Noffz war jahrzehntelang ehrenamtlicher Seelsorger, Religionslehrer und Jugendleiter – auch im Kirchenbezirk, seine Gattin Edeltraut viele Jahre Vorsonntags- und Sonntagsschullehrerin sowie federführend in der Kirchenreinigung. Beide waren in all den Jahren Chorsänger, Orchestermusiker und maßgeblich bei der Organisation und Bestückung des Standes auf dem Weihnachtsmarkt im Heidelberger Stadtteil Wieblingen ab dessen Gründung im Jahr 2000.
Beim anschließenden Brunch, zu dem jeder etwas beigesteuert hatte, wurden viele Erinnerungen aus der Vergangenheit, aber auch gute Wünsche für die Zukunft ausgetauscht. Im Laufe des Nachmittags überreichte Edeltraut Noffz das von ihr selbstkreierte Rezept der Weihnachtsmarktspezialität „Wieblinger Neckarwellen“ und die dazugehörigen eigens für die Neckarwellen angefertigten Ausstechformen an ihre Nachfolgerinnen.