Das Gedenken zum Volkstrauertag am Sonntag, 17. November 2024 im Heidelberger Stadtteil Wieblingen fand unter der Regie des Stadtteilvereins und unter Mitwirkung der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirchengemeinde in der St. Bartholomäuskirche neben dem alten Friedhof statt.
Der Posaunenchor an der Kreuzkirche eröffnete die Feierstunde und Pfarrerin Dr. Verena Schlarb stellte sogleich Worte aus der Bergpredigt in den Mittelpunkt: „Selig sind die Friedfertigen…“ Die Bitte um Frieden zog sich wie ein roter Faden durch Texte, Gebete und die gemeinsam gesungenen Lieder.
Ihre Predigt gestaltete Tanja Becker, Gemeindereferentin der katholischen Bartholomäusgemeinde anhand Matthäus 5,9 „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ Sie erinnerte daran, dass letzte Worte besonderes Gewicht haben und die Bergpredigt zu Jesu Abschiedsreden zähle. Der Volkstrauertag sei ein stiller Feiertag – ursprünglich zum Gedenken der Toten des ersten und zweiten Weltkrieges – mittlerweile aber auch für die Gefallenen der Ukraine und in Nahost. „Selig sind“ bedeute, dass es jetzt schon ist und nicht irgendwann. Tanja Becker forderte dazu auf, gegen Hass und für den Frieden einzutreten, mehr miteinander zu reden, sich gegenseitig zu trösten, Gewalt durch Frieden zu ersetzen und Hoffnungslosigkeit durch Zuversicht.
Bei den Fürbitten war Priester Steffen Ambiel, Vorsteher der neuapostolischen Kirchengemeinde federführend.
Für den Stadtteilverein beleuchtete Walter Petschan die derzeit aufgeheizte gesellschaftliche und politische Situation und fragte: „Wie soll es gelingen, Frieden in der Welt zu schaffen?“ Er bat darum, fair miteinander zu streiten und sprach Vielfalt und Toleranz in der Gemeinschaft an. Er erinnerte auch an die Inschrift des Ehrenmals auf dem alten Wieblinger Friedhof „Bruder, wie klein ist dein Streit?“ und ergänzte „wie kleinkariert ist dein Streiten?“, denn Kriegsopfer gebe es auf beiden Seiten, die beweint und betrauert werden – auf beiden Seiten.
Nach Segen und Schlussmusik traf man sich draußen am Ehrenmal wieder, wo auch der Kranz der Stadt Heidelberg seinen endgültigen Ort fand.