Am Sonntagvormittag, 10. März 2024 war auch eine Vertreterin von Frauen helfen Frauen e. V. in die Kirche Heidelberg-Wieblingen gekommen. Nach dem Gottesdienst stellte sie die Organisation sowie ein Präventionsprojekt vor, das von human aktiv mit einer Spende aus dem letztjährigen Förderschwerpunkt unterstützt wird.
Passend zur Passionszeit war Jesaja 53,4 Predigtgrundlage: „Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.“ Priester Steffen Ambiel, Vorsteher der Gemeinde Heidelberg-Wieblingen, erläuterte die in biblischer Zeit gängige Meinung, dass Krankheit und Unglück persönliche, durch eigene Sünden verursachte Schuld eines jeden einzelnen sei. Jesus habe in seinem Leben ebenfalls Enttäuschungen, Rückschläge, Unverständnis und Demütigungen erlebt, sei daran aber nicht stehen geblieben. Liebe habe ihn gedrängt, die Sünden der Menschen auf sich zu nehmen und das Opfer zu bringen.
In diesen Zusammenhang stellte Priester Ambiel den Vereinsnamen „Frauen helfen Frauen“, den er mit „Menschen helfen Menschen“ gleichsetzte. Voraussetzung zur Hilfe sei Mitgefühl. Hier sei Jesus Vorbild, der jedem eine Brücke geschlagen und geholfen habe.
Leid nicht verdrängen, sondern hinschauen, mitfühlen und mittragen, war die Botschaft weiterer Predigtbeiträge.
Frauen helfen Frauen e. V.
Nach Beendigung des Gottesdienstes stellte Friederike Schnaudt den seit rund 45 Jahren bestehenden Verein „Frauen helfen Frauen“ e. V. vor, der damals eine Immobilie erwarb, um mit Gewalt konfrontierten Frauen und Kindern Schutz zu bieten. Im Laufe der Jahre seien die Beratungsstelle Courage, die Interventionsstelle sowie die Koordinierungsstelle digitale Gewalt dazugekommen, wo Frauen in den unterschiedlichsten Situationen Hilfe und Beratung erhalten.
Herzklopfen
Visualisiert durch eine Powerpointpräsentation erläuterte sie das Präventionsprojekt „Herzklopfen“, mit dem in Berufsschulen Kompetenzen für gleichberechtigte Partnerschaft in jugendlichen Liebesbeziehungen vermittelt werden, damit erste Anzeichen zur Gewalt erkannt beziehungsweise vermieden werden können. Schnaudt ermunterte dazu, nicht wegzuschauen, wenn eine Betroffene sich anvertraue, ihr zu glauben und den Mut nicht zu verlieren.
Human aktiv
Das Präventionsprojekt wird von human aktiv, dem Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland mit 2.225 Euro unterstützt. Außerdem wird eine Profiwaschmaschine mit Münzautomat für vier Wohneinheiten mit 3.772,30 Euro finanziert. Beide Beträge stammen aus dem Budget des letztjährigen Förderschwerpunktes „Förderung von Organisationen, die sich für von Gewalt betroffenen Frauen und Kinder einsetzen“.
Bei Kaffee und Kuchen im Nebenraum entwickelten sich intensive Gespräche mit Friederike Schnaudt, die noch viele Fragen beantworten konnte.