In freudiger Erwartung versammelten sich am Montagabend, 19. Februar 2024 Spendenempfängerinnen und -empfänger, Besucherinnen und Besucher aus Nah und Fern, Teile des Weihnachtsmarktteams und Gemeindemitglieder in der Kirche Heidelberg-Wieblingen. Zum 22. Mal fand die Spendenübergabe aus dem Erlös der Tombola und des von Mitgliedern der neuapostolischen Kirchengemeinde betriebenen Weihnachtsmarktstandes statt.
Priester Steffen Ambiel, Vorsteher der Gemeinde Heidelberg-Wieblingen begrüßte die Anwesenden herzlich und teils namentlich. Streiflichtartig beleuchtete er die über 160jährige Geschichte der neuapostolischen Kirche mit der Wieblinger Kirchengemeinde, stellte das Jahresmotto 2024 „Beten wirkt!“ vor und beschrieb die Anfänge des Standes auf dem Wieblinger Weihnachtsmarktes im Jahr 2000.
Miriam Saalmann, Projektleiterin des Weihnachtsmarktteams, freute sich darüber, dass sie satte vier Monate Weihnachten im Jahr habe, die mit den ersten Sitzungen im Herbst beginnen und erst mit der Spendenübergabe im Februar enden. Rund 30 Gemeindemitglieder und Freunde trugen zum Gelingen des Riesenprojekts „Weihnachtsmarkt“ mit handwerklichem Geschick, Ausdauer und Präsenz bei. Sie berichtete auch vom Wunsch des gesamten Weihnachtsmarktteams, den größten Betrag der Individualhilfe e. V. zukommen zu lassen in Erinnerung an den im Oktober 2023 verstorbenen Marcel Renz, Mitglied der Kirchengemeinde und Vorstand bei der Individualhilfe.
2.000 Euro für die Individualhilfe
Michaela Schadeck, 1. Vorsitzende der Individualhilfe e. V. blickte auf die Anfänge in 1981 zurück, als sich auf persönliche Assistenz angewiesene Menschen für ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Umfeld entschieden und den Verein gründeten. Marcel habe mit seinen journalistischen Fähigkeiten maßgeblich dazu beigetragen, die Idee in die Gesellschaft zu tragen. Werner Aures, Schatzmeister des Vereins erläuterte, dass die Mittel in das Projekt „PAIK“ fließen werden, der „persönlichen Assistenz im Krankenhaus“. Gereon Raddatz schilderte aus persönlicher Erfahrung, wie es ist, als auf Assistenz angewiesener Mensch im Krankenhaus ohne Assistenz zu sein, um jeden Schluck Wasser oder jeden Handgriff bitten zu müssen – und das beim gerade herrschenden Pflegenotstand. Darum sei die wenigstens stundenweise aus dem PAIK-Fond des Vereins finanzierte zusätzliche Assistenz sehr hilfreich, wohltuend und genesungsfördernd.
1.000 Euro für den Förderverein der Martinsschule Ladenburg e. V.
Daniel Hohfeld, 2. Vorsitzender des Fördervereins der Martinsschule, stellte die Martinsschule als sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung (SBBZ) vor, wo Tricks und Erfahrungen vermittelt werden, die auf die Führung eines selbstbestimmten Lebens vorbereiten. Die derzeit rund 250 Schüler werden von Lehrern mit großer Leidenschaft für ihren Beruf unterrichtet. Der Förderverein bestehe ebenfalls seit 1981 und helfe dort unbürokratisch aus, wo laufende Etats ausgeschöpft seien oder unvorhergesehene Bedarfe entstehen.
1.000 Euro für den ASB-Wünschewagen
Ute Hardt, eine der 60 Ehrenamtlichen im Mannheimer ASB-Wünschewagen-Team klärte auf, dass der komplett aus Spenden finanzierte ASB-Wünschewagen letzte Wünsche erfülle, z. B. ein letzter Besuch zu Hause, ein letztes Mal mit medizinischer Betreuung zusammen mit einem engen Angehörigen zur Lieblingsveranstaltung oder den Lieblingsausflug. Dem Alter seien keine Grenzen gesetzt – der jüngste Gast sei zwei Jahre alt gewesen. Seit sieben Jahren stehen 23 Wünschewägen in ganz Deutschland bereit.
500 Euro für den Stadtteilverein Wieblingen
Peter Kurilenko aus dem Vorstandsteam des Wieblinger Stadtteilvereins schilderte seine persönlichen Eindrücke, wie ein hochmotiviertes Team der neuapostolischen Kirchengemeinde den Weihnachtsmarktstand zum Anlaufpunkt mache. Bei der Tombola sei immer für jeden etwas dabei und selbst die versehentlich gekaufte Niete tue etwas Gutes, weil sie zur Spende werde. Die Spende an den Stadtteilverein fließe natürlich wieder zurück an die Wieblinger Einwohner in Form der Feste und der Pflege des Brauchtums. Er machte die Gemeinsamkeiten zwischen Stadtteilverein und neuapostolischer Kirchengemeinde deutlich wie den Menschen zu helfen und sie zusammenzubringen. Abschließend schlug er den Bogen zur Ansprache von Steffen Ambiel am Neujahrsempfang des Stadtteilvereins, aus der er zitierte: „mit kleinen Dingen großes bewirken“.
Nach einem offiziellen Foto traf man sich zu intensivem Gedanken- und Erfahrungsaustauch bei Sekt und Häppchen im Nebenraum.