Diese beiden Gleichnisse Jesu aus dem Matthäusevangelium standen im Mittelpunkt des diesjährigen Marktplatzgottesdienstes der „Neuenheimer Ökumene“ am Sonntag, 13. Juli 2025.
Unzählige Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer aus dem Heidelberger Stadtteil Neuenheim und Umgebung scharten sich um den provisorischen Altar auf dem Neuenheimer Marktplatz, wo wochentags Marktstände stehen und die umliegenden Cafés ihre Gäste bedienen. Der ökumenische Projektchor mit Sängerinnen und Sängern der evangelischen, evangelisch-methodistischen, katholischen und neuapostolischen Kirchengemeinden hatte bereits in der Woche zuvor unter der Leitung von Konstantin Wegner geprobt.
Als Schatzsucherinnen und -sucher und Perlentaucherinnen und -taucher begrüßte Pastoralreferentin Judith Schmitt-Helfferich von der katholischen Stadtkirche die Anwesenden. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Geh aus mein Herz, und suche Freud“ und dem Gebet von Psalm 63 startete der Gottesdienst, bevor die Kinder mit Irmtraud Bastine „Kinderkirche“ in den Räumen der benachbarten evangelisch-methodistischen Kirche am Markt feierten.
„Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und da er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was hatte, und kaufte sie.“
Matthäus 13,44-46 war Predigtgrundlage. Pastor Sven Batram von der evangelisch-methodistischen Kirche schilderte, wie der Bauer seiner Arbeit nachging und dabei zufällig den Schatz fand, während der Kaufmann bewusst nach guten Perlen gesucht habe. Beide seien überwältigt gewesen. „So begegnet uns Gott!“ manifestierte Pastor Batram und fragte „Wie erlebt ihr Gott in eurem Leben?“
„Danket, danket dem Herrn“ sang der Projektchor zusammen mit allen Anwesenden zwischen den Predigtbeiträgen, bevor der stellvertretende Vorsteher der neuapostolischen Kirchengemeinde feststellte, dass beide – sowohl der Bauer als auch der Kaufmann – zeitnah, unverzüglich und entschlossen handelten. Er ermunterte dazu, wie in den Gleichnissen ebenfalls alles in ein Stück Himmelreich auf Erden zu investieren.
Wo ein Schatz oder eine kostbare Perle aufbewahrt werden könne, betrachtete Pfarrerin Therese Wagner von der evangelischen Kirche und erinnerte dabei an die kleine Perle Senfkorn, die, nur wenn sie auf fruchtbarem Boden ausgebracht werde, größer wachse als alle Kräuter und Heimat bieten könne.
Gott wolle entdeckt, gefunden und weitergetragen werden, fasst Patoralreferentin Judith Schmitt-Helfferich zusammen und motivierte dazu, eigenes Gotterleben als Perle aufzuschreiben und zu einer überdimensionalen Perlenkette zusammenzufügen, während der Kantor mit Improvisationsmusik untermalte.
Mit neuen Impulsen, Gesang, Gebeten und Segen ging die besinnliche Stunde auf dem Marktplatz zu Ende, bevor die Bänke wieder zusammengeklappt und die Kaffeehausstühle zurechtgerückt wurden.
Kinderkirche
Zuerst einmal machten die Kinder in den Räumen der evangelisch-methodistischen Kirche mit dem Schwungtuch Wetter: Sonnenschein, Wind und Gewitter. Irmtraud Bastine und Sabine Pfeil berichteten vom schlafenden Jesus im Schiff, als ein heftiger Sturm aufkam und die Jünger verängstigt Jesus weckten. Die Wellen seien wieder still geworden, als Jesus dem Wind befahl zu schweigen.
„Bärenstark“ (Thomas Klein *1976) sangen die Kinder gemeinsam, bevor sie „Angststeine“ mit ihren individuellen Ängsten bemalten und im Wasser bei Jesus am Schiff versenkten.
Kirchenkaffee
Der anschließende Kirchenkaffee, zu dem die evangelisch-methodistische Kirche in ihre Räume eingeladen hatte, schuf zusätzlich Raum für ökumenisches Miteinander und schöne Begegnungen.