Kurzweilige, aber auch kontroverse oder tiefgehende Fragen aus allen Lebensbereichen hatten die Jugendlichen des Kirchenbezirks für den Jugendabend mit Bezirksapostel Michael Ehrich am Montag, 24. März 2025 in der Kirche Heidelberg-Werderstraße formuliert.
Mit Handschlag begrüßte der Bezirksapostel beim Eintreffen die rund 40 Jugendlichen aus dem Kirchenbezirk und ihre Begleitung persönlich. War eine lockere Sitzrunde vorbereitet, entschied sich der Bezirksapostel lieber für einen Stehtisch, um mit allen Blickkontakt halten zu können. Elena Schuster und Elias Feil, beide Jugendleitende des Kirchenbezirks, begrüßten neben Bezirksapostel Michael Ehrich auch Apostel Martin Rheinberger, Bischof Jörg Vester sowie die Bezirksvorsteher des Kirchenbezirks. In einem herzlichen Gebet dankte Elena Schuster für den Glauben und bat um dessen Festigung und Stärkung.
Fragerunde
„Wie sollen wir Sie ansprechen?“ startete Priester Elias Feil in die Fragerunde, worauf der Bezirksapostel erklärte, dass er sich bemühe, sein Gegenüber immer mit dem jeweiligen Amtsauftrag anzusprechen. Weiter ging es mit „Kaffee oder Tee?“, „Sommer oder Winter?“, „Berge oder Meer?“ Nach seinen Hobbys befragt, nannte der Bezirksapostel in erster Linie Familie, aber auch Sport, Politik und Wirtschaft. „Bodyguard?“ – Das sei nur in gewissen Regionen Afrikas notwendig.
Angesprochen auf seine Amtstätigkeit, stellte der Bezirksapostel klar, dass er nie habe Amtsträger werden wollen und er das Unterdiakonenamtes erst nach einem eindeutigen Fingerzeig Gottes angenommen habe. Bei jedem seiner vielfältigen Amtsaufträge habe er aber mehr Freude als Sorgen erleben dürfen.
Sonntagmorgen
Auf die Frage, wie ein Sonntagmorgen aussehe, versicherte der Bezirksapostel, dass die Gottesdienstvorbereitung bereits am Samstagabend abgeschlossen sei und er sich auf der Fahrt zum Gottesdienstort ganz auf den Gottesdienst einstelle und innere Ruhe suche. Aufregung vor einem Gottesdienst verspüre er nicht, fühle aber eine innere Anspannung ob des heiligen Auftrages, Gottes Wort zu verkündigen. Gottes Wort müsse strikt von eigener Meinung getrennt sein und immer Jesus Christus in den Mittelpunkt stellen.
Ob es Stärken und Schwächen gebe, die zu einem Amtsauftrag qualifizieren, erklärte der Bezirksapostel, dass der Glaube zähle und viele verschiedene Gaben ein lebendiges Ganzes ergeben.
„Vorschuss an Sympathie“
Den Eindruck, dass bei der Frauenordination gebremst werde, entkräftete der Bezirksapostel mit der Anzahl von bereits rund 300 ordinierten Diakoninnen in der Gebietskirche Süddeutschland. Gleichzeitig räumte er ein, dass Fehler – gerade in der Kommunikation passiert seien, bat aber mit den Worten von Papst Benedikt XVI. „um jenen Vorschuss an Sympathie, ohne den es kein Verstehen gibt.“ Kirche sei nicht basisdemokratisch, es gebe kein Bewerbungssystem, sondern ein Rufungssystem. Der vollkommenen Kirche in Jesus Christus stehe die irdische Kirche mit fehlerhaften Menschen gegenüber.
Nächstenliebe
Ob ein Christ, der um Frieden betet, eine unparteiische und pazifistische Haltung einnehmen müsse, beleuchtete der Bezirksapostel differenziert: Unrecht sei nicht zu beschönigen, jedoch könne jeder der Nächste sein, den es zu lieben gelte und dem Heil in Jesus Christus zu wünschen sei.
Abschließend bedankte sich Elena Schuster mit einem Heidelberger Studentenkuss und einem von einem Jugendlichen selbstgedrechselten Kugelschreiber beim Bezirksapostel, während Priester Feil vom geplanten Segeltörn der Jugend Anfang April berichtete und den Bezirksapostel darum bat, um schönes Wetter zu beten. Mit einem Gebet von Apostel Martin Rheinberger endete der offizielle Teil.
Bei Brezel, Streuselkuchen und Getränken führten der Bezirksapostel, Apostel Rheinberger, Bischof Vester und die Bezirksvorsteher noch lange persönliche Gespräche mit den Jugendlichen.