Zwei wunderschöne Konzertabende bereitete der Projektchor zusammen mit Instrumentalisten unter der Leitung von Volker Nürk am Samstag, 23. November 2024 in der evangelischen Stadtkirche Sinsheim und am Sonntag, 24. November 2024 in der neuapostolischen Kirche Heidelberg-Werderstraße.
Passend zum Ewigkeitssonntag zum Abschluss des Kirchenjahres war das Programm mit „Meine Seele dürstet nach Gott“ überschrieben.
Hingebungsvoll eröffnete der bestens vorbereitete Chor mit „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ die gleichnamige Kantate von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 -1847), eine Vertonung von Psalm 42. Mit ihrem glockenhellen Sopran strahlte Lisa Stöhr in Arie und Rezitativ Hinwendung und Melancholie aus, bevor der fulminante Schlusschor Zuversicht und Hoffnung verkündete.
Lobpreis Gottes erbrachte der Chor im Benedictus sit Deus von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791), das nach der tänzerischen Sopranarie in den Jubel des Chores im „Jubilate Deo omnis terra“ mündete.
Mit dem Präludium in G-Dur von Nicolaus Bruhns (1665 – 1697) und „Kommst du nun Jesu vom Himmel herunter“ von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) bewies Jakob Gierok (*2007), mehrfacher Preisträger bei „Jugend musiziert“, sein Können. Ganz in die Musik versunken spielte er beide Werke ohne Noten und entlockte dabei mit seiner Fingerfertigkeit der jeweiligen Orgel die volle Bandbreite der Klangnuancen.
Die Nidaros Jazz Mass von Bob Chilcott (*1955) schuf den schwungvollen Kontrapunkt des Abends. Mit großen Spannungsbögen sang der Chor, untermalt von Schlagzeug, Kontrabass und Flügel oder Klavier und zog damit die Zuhörer in seinen Bann. Absolute Stille zwischen den Sätzen unterstrich deren Kontraste. Als das „Agnus Dei“ mit „…dona nobis pacem“ – einer überaus aktuellen Botschaft – ausklang, war stürmischer Applaus die Antwort der Zuhörerinnen und Zuhörer.
Mit der Zugabe des Eingangschores „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ bedankte sich der Chor und schloss damit den musikalischen Bogen.