Eine große 60+Aktiv-Gemeinde aus dem gesamten Kirchenbezirk hatte sich am Sonntag, 21. September 2025 zum 60+Gottesdienst in der Kirche Bammental versammelt.
„Wunderanfang, herrlich’s Ende“ (GB 155) sang die ganze Gemeinde am Beginn des Gottesdienstes, während das Bläserensemble mit „Ich singe dir mit Herz und Mund“ (Paul Gerhardt 1607 – 1676) den Predigtteil einleitete.
„HERR, wie lange soll ich schreien, und du willst nicht hören? Wie lange soll ich zu rufen: „Frevel!“, und du willst nicht helfen? Warum lässt du mich Bosheit sehen und siehst dem Jammer zu? Raub und Frevel sind vor mir; es geht Gewalt vor Recht. Darum ist das Gesetz ohnmächtig, und die rechte Sache kann nie gewinnen; denn der Gottlose übervorteilt den Gerechten; darum ergehen verkehrte Urteile.“ – „Aber ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil. Denn der HERR ist meine Kraft, er hat meine Füße wie Hirschfüße gemacht und führt mich über die Höhen.“
Habakuk 1,2-4 und 3,18-19 war Predigtgrundlage. Bezirksvorsteher Priester Mathias Gramlich las die Bibelstellen noch einmal aus der leichter verständlichen Hoffnung-für-Alle-Bibelübersetzung. Der Prophet Habakuk, der um 600 v. Chr. lebte, habe so sehr bei Gott geklagt und mit ihm gehadert, weil er die babylonische Gefangenschaft vorhergesehen und darauf hingewiesen habe. Priester Gramlich zeigte dafür Verständnis, dass es vielen ähnlich ergehe, die in gesundheitlichen, finanziellen oder gesellschaftlichen Nöten leben. Gott könne alles gesagt werden, bereits im Gebet schenke er Frieden. Auch Habakuk sei es so ergangen, denn zwischen der Anklage im ersten Kapitel und dem Lobpreis im dritten Kapitel sei keine irdische Veränderung eingetreten. Anhand der Worte Jesu „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch (aus Johannes 14,27) differenzierte Priester Gramlich analog des griechischen Urtextes den bereits vorhandenen Frieden und den von Gott gegebenen (Didomi). Bei Gott könne Frieden gefunden werden, weil er bedingungslos liebe. Wer vom göttlichen Frieden erfüllt sei, könne seinerseits Frieden stiften, den Nächsten vorbehaltlos lieben und auch in widrigen Lebensumständen zuversichtlich bleiben.
Hirte Achim Beck erinnerte an die Worte Jesu „Friede sei mit euch!“, als er nach seiner Auferstehung zu seinen aufgewühlten, verängstigten Jüngern durch verschlossene Türen trat.
Eine feste Verbindung zu Jesus stimme positiv, erklärte Bezirksevangelist Rainer Lang in seinem Predigtbeitrag.
Den geschenkten göttlichen Frieden - Didomi - beleuchtete Bezirksevangelist Ralf Kneisel: wie Habakuk könne bei Gott über alles geklagt werden. Damit werde gleichzeitig eine Verbindung zu Gott aufgebaut, durch die sich göttlicher Friede einstelle.
„Wenn Friede mit Gott“ (GB 295) erklang aus vollem Herzen von der ganzen Gemeinde nach dem sakramentalen Teil des Gottesdienstes.
Nach Schlussgebet und Segen bedankte sich Priester Gramlich für die erfrischende Atmosphäre im Gottesdienst und lud zum Imbiss in die Nebenräume und das Außengelände ein.