Zum Gegenbesuch hatten sich zahlreiche Gemeindemitglieder der Gemeinde Pliezhausen am frühen Sonntagvormittag, 30. Juni 2024 auf den Weg nach Haßmersheim gemacht. Zum zweiten Mal feierten die beiden Gemeinden gemeinsam Gottesdienst und verbrachten den Tag miteinander.
Nach dem gelungenen Busausflug der Gemeinde Haßmersheim im vergangenen Jahr nach Pliezhausen im Kirchenbezirk Reutlingen stand in diesem Jahr der Gegenbesuch in Haßmersheim auf dem Programm. Der Kontakt der beiden Gemeinden war durch ein von Haßmersheim nach Pliezhausen verzogenes Ehepaar entstanden.
Begrüßung
Kurz nach 9:00 Uhr bog der große Reisebus um die Ecke. Andere waren bereits mit Pkw oder Wohnmobil angereist, um einige Tage mehr in der näheren Umgebung zu verbringen. Eigens für diesen Tag war die Sport- und Festhalle reserviert worden, um Gottesdienst zu feiern und Gemeinschaft zu pflegen. Fleißige Hände hatten am Tag zuvor die Halle hergerichtet und boten am Sonntagvormittag zur Begrüßung Kaffee, Tee, kalte Getränke, Laugenstangen und Hefezopf an. Ein Pliezhausener Technikexperte hatte sogar seine Ausrüstung mitgebracht, damit die Daheimgebliebenen den Gottesdienst via Livestream mitfeiern können.
Gottesdienst
„Weil ich Jesu Schäflein bin“ - ab 9:45 Uhr musizierte das Haßmersheimer Flötenensemble. „Lass du mich stille werden“ (CB 116) sang der gemischte Chor der beiden Gemeinden zum ersten Mal nach einem Jahr wieder zusammen und mit dem gemeinsamen Lied „Herz und Herz vereint zusammen“ (GB 332) eröffneten 108 Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer treffend den Gottesdienst.
Gemeinsam dem Gottesdienst zu lauschen, den Sonntag mit dem Gottesdienst zu schmücken und zu erleben, was der Seele guttut, dazu forderte Bezirksälteste Gerd Merkel zu Beginn seiner Ausführungen auf. Bezugnehmend auf den Wettbewerb „Wir bauen eine Fähre“ anlässlich des Haßmersheimer 1250-Jahre-Jubiläums ermunterte er dazu, mit Gebeten eine Fähre für die Seelen in der jenseitigen Welt zu bauen im Hinblick auf den Gottesdienst für Entschlafene am kommenden Sonntag. Gleichzeitig verwies er auf den universalen Heilswillen Gottes, der in alle Bereiche hinein reiche.
„Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.“
Philipper 1,9 war Predigtgrundlage. Der Bezirksälteste beschrieb die biblische Gemeinde Philippi als erste europäische Gemeinde, die Apostel Paulus sehr am Herzen lag und zu der auch die Purpurhändlerin Lydia zählte. Er erinnerte an das Doppelgebot der Liebe – zu Gott und dem Nächsten. Das Gebet sei eine Auswirkung der Liebe und des Vertrauens zu Gott, erläuterte der Bezirksälteste und verwies auf das Jahresmotto „Beten wirkt!“
Das Kreuz mit den Kinderhänden in der Dekoration habe ihn an das Lied „Der am Kreuz ist meine Liebe“ (GB 46) erinnert und er mahnte Vergebungs- und Versöhnungsbereitschaft an.
Es sei ein fortwährender Prozess, dass die Liebe zu Gott und Jesus Christus immer weiterwachse, bestätigte Priester Reinhard Brecht in seinem Predigtbeitrag.
Der Gott der Liebe wirke durch den Heiligen Geist und führe zu einem gelungenen Miteinander, betonte Priester Ralf Herrmann, Vorsteher der Gemeinde Haßmersheim.
Fellow-Ship
Nach dem Gottesdienst erklärte Priester Herrmann den weiteren Ablauf des Tages. Während eines Sektempfangs wurde die Halle umgebaut und bald standen Gulasch, Spätzle, Salat und Eis für ein gemütliches Mittagessen bereit. Ab 14:00 Uhr bestand die Möglichkeit zur Besichtigung des Haßmersheimer Schifffahrtmuseums sowie des Kirchengebäudes, das im Vergleich zur neuen Pliezhausener Kirche als „schnuckelig“ empfunden wurde.
Schifffahrtsmuseum
Das Museum wird durch den Schifferverein Germania Haßmersheim 1912 e. V. im alten ehemaligen evangelischen Schulhaus aus dem Jahr 1842 betrieben. Haßmersheim ist von Alters her eng mit der Geschichte der Schifffahrt verbunden und zählte mit zu den größten Schifferorten Süddeutschlands. Bei den ausgestellten Objekten handelt es sich um Schiffsmodelle, alte Dokumente und Gegenstände aus dem täglichen Leben der Zeit der Ketten-, Dampf- und Schleppschifffahrt.
Basteln, Spiel und Spaß
Die Kinder und auch viele Erwachsene hatten Spaß mit den Bastelaktionen in der Halle und dem Spielmobil, das mit hochwertigen Bewegungs-Spielgeräten bestückt war, die in den Regenpausen begeistert genutzt wurden.
Abschied
Nachdem sich alle wieder zu Kaffee und Kuchen in der Halle eingefunden hatten, kam die Zeit des Abschiednehmens. Versehen mit kleinen Engelchen aus der Bastelaktion und einem gebackenen Mitgebselpäckchen für jede Familie, vielen Umarmungen und herzlichen Abschiedsworten bestiegen die Gäste aus Pliezhausen den Reisebus, der pünktlich um 17:00 Uhr zur Rückfahrt startete.