Die turnusmäßige Sitzung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Sinsheim fand am Dienstagabend, 23. Januar 2024 in der neuapostolischen Kirche statt. Einen neuen Anfang wagten die Delegierten, indem sie die neuapostolische Kirchengemeinde Sinsheim sowie die Kirche im Forum als Vollmitglieder aufnahmen.
Andacht
Evangelist Peter Ruf begrüßte die Vertreterinnen und Vertreter der sechs christlichen Kirchen Sinsheims und eröffnete den Abend mit einem herzlichen Gebet. Seine kurze Andacht gestaltete er anhand Philipper 1,6 „und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“ Er zitierte dazu Hermann Hesse (1877 – 1962) „jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ und betrachtete den neuen Anfang eines Jahres. Er gab auch offenen Fragen und Ängsten vor dem Neuen und der harten Lebenswirklichkeit Raum, bat aber gleichzeitig darum, die Sicht zu ändern: Gott sei zuvor dagewesen und habe bereits angefangen. Sätze wie „Wir treten ein in Gottes Anfang“ und „Gott ist vor uns da“ verströmten Zuversicht und Gottvertrauen.
Aktuelles aus den Gemeinden
Dekanin Christiane Glöckner-Lang, Vorsitzende der ACK Sinsheim eröffnete die intensive Austauschrunde der sechs Sinsheimer Kirchengemeinden. Sie schilderte, dass sie seit 1. Januar 2024 bezirksverbindende Dekanin für die evangelischen Kirchenbezirke Neckargemünd-Eberbach und Sinsheim sei.
Benjamin Hockenberger von der Kirche im Forum, einer evangelischen Freikirche mit Wurzeln und Zugehörigkeit im Mülheimer Verband, berichtete von neuen Gottesdienstformen und dass es eine tiefere Bedeutung für eine Stadt habe, wenn Christen zusammenkommen.
Dekan Thomas Hafner, Leiter der katholischen Seelsorgeeinheit Sinsheim-Angelbachtal informierte über die Kirchenentwicklung 2030 innerhalb der Erzdiözese Freiburg, die ab 1. Januar 2026 nur noch aus 36 Großpfarreien bestehen wird. Dadurch seien neue Personal- und Gebäudekonzepte notwendig in denen verstärkt auf Ehrenamtliche zurückgegriffen werde.
Pastorin Raphaela Swadosch erläuterte den Change-Prozess innerhalb der evangelisch-methodistischen Kirche, in dem sich Großbezirksstrukturen entwickeln und über ökumenische Gebäudenutzungen und Kooperationen nachgedacht werde.
Beeindruckt von den anstehenden Veränderungen der Schwestergemeinden machte Evangelist Ruf Mut: „Wir haben die Fusion der beiden Kirchenbezirke bereits hinter uns und es funktioniert!“
Pastor Jürgen Riek von der Mennonitengemeinde Sinsheim beschrieb die demokratischen Strukturen der Gemeinde mit dem neuen Leitungsteam und den „Sinsheimer Winterspielplatz“, ein niedrigschwelliges Angebot für junge Familien in der kalten Jahreszeit.
Rückblick 2023 und Vorschau 2024
Dekanin Glöckner-Lang betonte die Wichtigkeit des Zusammenhalts der christlichen Kirchen und blickte dabei auf die gemeinsamen Aktivitäten und Gottesdienste im vergangenen Jahr zurück. Mit dem Kanzeltausch am 10. März 2024, einem gemeinsamen Erntedankgottesdienst, dem Pogromgedenken und dem Buß- und Bettag stellte sie die Termine 2024 vor.
Aufnahme der neuapostolischen Kirche und der Kirche im Forum als Vollmitglied
Große Freude herrschte in der freundschaftlich miteinander verbundenen Runde über die Aufnahmeanträge der neuapostolischen Kirchengemeinde Sinsheim und der Kirche im Forum. Einstimmig wurden beide Gemeinden willkommen geheißen und zur offiziellen Aufnahme ein gemeinsamer ökumenischer Gottesdienst angeregt. Aus diesem Anlass will ein Team die im Oktober 2011 in Sinsheim unterschriebene Charta Oecumenica überarbeiten.
Vorstandswahl
Das amtierende Vorstandsteam hatte die Neuwahlen extra bis zu dem Zeitpunkt verschoben, an dem die beiden neuen Mitgliedskirchen mit abstimmen können. Christiane Glöckner-Lang als 1. Vorsitzende und Jürgen Riek als 2. Vorsitzender wurden einstimmig für den Zeitraum von drei Jahren wiedergewählt.
Unter dem Punkt „Verschiedenes“ näherte sich die Runde mit der Herangehensweise „Was würde Jesus tun?“ der Frage, ob eine Teilnahme der christlichen Kirchen bei den aktuellen Demonstrationen sinnvoll erscheine.
Ein inniges Gebet von Dekanin Glöckner-Lang beendete die harmonische Sitzung zu vorgerückter Stunde.